Bootstour | in the nature https://inthenature.de Reiseblog + Wandern mit Hund + Ökologischen Fußabdruck reduzieren Tue, 16 Oct 2018 13:00:47 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.8.19 https://inthenature.de/wp-content/uploads/2018/07/cropped-180715_INTNA_LOGO_01_BLACK_TRANS-32x32.png Bootstour | in the nature https://inthenature.de 32 32 116258601 Segel gesetzt: Ziel Portugal https://inthenature.de/segel-gesetzt-ziel-portugal/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=segel-gesetzt-ziel-portugal https://inthenature.de/segel-gesetzt-ziel-portugal/#respond Sat, 01 Apr 2017 18:24:17 +0000 http://taundma.de/?p=4969 Es ist endlich soweit, wir kommen wieder nach Hause – aber erst in einem Monat. Verfolgt unseren Segeltörn nach Portugal…

The post Segel gesetzt: Ziel Portugal first appeared on in the nature.

]]>
Es ist endlich soweit, wir kommen wieder nach Hause – aber erst in einem Monat.
Verfolgt unseren Segeltörn nach Portugal – vier Wochen auf hoher See. Über diesen Link könnt ihr die Position unseres Bootes beobachten.

http://www.yachttrack.org/yacht_info/getShipInfo.php?MyCallSign=HS0ZLS

Es wird der krönende Anschluss unserer zweijährigen Reise durch Nord- sowie Mittelamerika. Voller Abenteuer, Naturwunder und kulturellen Erfahrungen, die uns unglaublich bereichert haben. Wir begegneten auf unserer Reise so vielen tollen Menschen und fanden Freunde.

Danke für diese grandiose Zeit, wir kommen auf jeden Fall wieder!

Wir segeln heim

The post Segel gesetzt: Ziel Portugal first appeared on in the nature.

]]>
https://inthenature.de/segel-gesetzt-ziel-portugal/feed/ 0 4969
Wilde Prärie https://inthenature.de/wilde-praerie/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=wilde-praerie https://inthenature.de/wilde-praerie/#respond Fri, 15 Jul 2016 03:08:57 +0000 http://taundma.de/?p=4363 Bison, Bären, Moose, Living Skies sowie die unendlichen Weiten satter Felder beschreiben dieses Land. Wir haben uns auf einer Farm niedergelassen…

The post Wilde Prärie first appeared on in the nature.

]]>
Bison, Bären, Moose, Living Skies sowie die unendlichen Weiten satter Felder beschreiben dieses Land. Wir haben uns auf einer Farm niedergelassen um Land und Leute kennenzulernen.

Zwischen den Großen Seen und den Rocky Mountains liegen noch 2000 km Prärie-Landschaft. Die wenigsten verweilen auf ihrer Reise durch Kanada lange in der Prärie. Für uns zwei Städter wird das Landleben zu einer spannenden Erfahrung. Wir verweilen und lernen die Bauern, das Land und die 5-Häuser Gemeinden lieben. Nur wer den Highway verlässt, wird das Erfahren können, was die Prärie zu bieten hat.
Bisonherden, Moose, Elche oder Bären, die sich versuchen hinter den Hecken in den weiten Feldern zu verstecken. Wir stehen in verlassenen Geisterstädten, besuchen die Hutterites – eine autonome Kolonie im Wandel und laufen auf der unberührten Graslandschaften wie zur Zeiten der ersten Siedler.
Und wer hochguckt wird den Himmel entdecken mit den Weiten über den Feldern. Weit lässt sich blicken. Jeden Abend können wir uns nicht an dem Farbspektakel der untergehenden Sonne satt sehen. Vor allem im Frühjahr ist es unbeschreiblich, wenn die Nordlichter in der Nacht vorbeiziehen. Nicht umsonst lautet der Slogan die Prärie Living Skies.

 

Es ist beinahe so, wie ihr es euch vorstellt: Langgestreckte Landflächen geteilt durch wechselnde Farben, die Reisende für eine ganze Weile begleiten. Ein feines Farbspektrum wechselt nur langsam vom satten Grün der Wiesen und jungen Weizenkeimen, zu grellen Gelb der Senf- und Rapsfelder hin zum Violett der Leinsamenfelder. Im Spätsommer erstrahlt dieses Land golden, wenn die Weizenfelder kurz vor der Ernte stehen. Nur das der Himmel einen so packt, damit habe ich nicht gerechnet. Es ist eine weite Kulisse, die Platz bietet. Und es ist das Herz der Lebensmittelversorgung Kanadas! Wusstet ihr das 30 % des weltweit exportierten Senfs aus der Prärie Kanadas kommt? Oder das der französische Dijon-Senf aus Saskatchewan kommt?

 

Aber eins nach dem anderen. Unser erstes Ziel in Saskatchewan ist Saskatoon, eine der größeren Städte mitten in der Prärie. Sie ist bunt, Downtown ist immer etwas los und die alte Holzbrücke ist ein Erlebnis – Mir Schlottern die Beine beim Passieren.
Wir durchstreifen die Stadt, die am südlichen Saskatchewan Fluss liegt. Es ist ein ruhiger Tag, Familien spazieren am Fluss, ein paar Studenten streunen auf dem Unigelände. Wir erreichen die Stadt. Wir schlendern durch den Stadtkern, entdecken ein paar interessante Fleckchen, spazieren mit schlotternden Knien über die alte Bahnbrücke aus Holz, halten unsere Füße in den Fluss und spazieren entlang des Ufers Richtung Essensfestival, wo wir Senfkörner geschenkt bekommen. Check! Danke Tara für die Möglichkeit die Stadt so zu erleben.

 

Für den nächsten Tag steht eine Fahrradtour zum Nahe gelegenen Wanuskewin Heritage Park an. Hier ist der Schauplatz, ein altes Indianerlager und die umliegenden Klippen, über welche die Bison getrieben wurden. Ein nettes Museum mit coolem Giftshop sowie Spazierwegen durch die Geschichte der Jäger.

 

Dann geht es 80 km südlich auf eine Farm mitten in den Raps- und Senffeldern der Prärie! Die Weiten des Landes reichen bis zum Horizont – alles flach, super flach. Unterteilt wird das Land nur durch ein rechteckiges Muster aus Straßen – 90 % Schotter. Jede Meile verläuft eine Straße von Nord nach Süd sowie alle zwei Meilen von Ost nach West. Diese Einteilung hat ihren Ursprung im späten 19. Jahrhundert, als das Land für die landwirtschaftliche Nutzung kartografiert und in 2,67 km² Stücke aufgeteilt sowie besiedelt wurde. Dabei wurde beschlossen, dass jede Meile eine Straße abgehen muss.
Wir besuchen hier neu gewonnene Freunde, hauptsächlich Ian, den wir in Newfoundland kennengelernt haben. Auf der Farm der Familie McPhadden wollen wir das Landleben kennenlernen. Dazu gehört Arbeit auf dem Dach, Rasen mähen mit dem Zero-Turn – geiles Teil. Das kann sich um seine eigene Achse drehen. Das Rasen mähen, übernehme ich gerne. Wenn jemand auf der Suche ist, ich komm vorbei.

 

Ian nimmt uns mit auf einen Ausflug in die Umgebung und gibt uns einen Einblick in das Leben von damals und heute. Wir sehen unberührte Landstriche, die heute meist zum Grasen von Vieh verwendet werden, da sich heutzutage selten jemand die Mühe machen will die unzähligen Steine und Felsen von den Feldern zu entfernen, um das Land mechanisch für die Landwirtschaft zu bearbeiten. Uns freut’s!
Wir sehen Geisterstädte der Siedlung, die nach den damaligen Vorgaben alle 6 Meilen voneinander entfernt, errichtet wurden mit einem Kornspeicher an den Bahnschienen. Um den Liefer weg für den Bauern mit Pferd zu den Sammelstellen und zur Bahnlinie gering zu halten. Denn die sechs Meilen sind eine Distanz, die mit dem Pferd an einem Tag in beide Richtungen bewältigt werden konnte. Jetzt existiert der Schienenverkehr nicht mehr. Der Transport erfolgt mit LKWs. Somit sind die kleinen Gemeinden an den Schienen meist nur noch leerstehende Häuserfassaden. Selbst die, die einst bleiben wollten, wurden zum Umziehen gezwungen, oder einziehen wollen, können es nicht. Die Wasserversorgung ist zu aufwendig für den Staat – Kanadas Herausforderung, das Überbrücken von Distanzen für die Versorgung mit Wasser und Elektrizität. So laufen wir durch das ehemalige Bounty und unser Gastgeber kann uns die Namen, der Familien nennen, die vor nicht allzu langer Zeit diese Häuser bewohnten. Schöne Kulissen!

Unvorstellbar, wir sehen hier sogar mehr Wildtiere, als im letzten Nationalpark. Drei Elche springen durch die Felder. Sie sehen aus wie hoppelnde Hasen. Ein Moose watschelt von einem Waldfleckchen zum Nächsten und auf einem anderen Feld grasen Bison.

 

Absolut cool ist, wir treffen die Hutterites. Die Hutterites leben in Gemeinschaften, den Bruderhöfen bzw. Kolonien in der Prärie Kanadas. In einer Kolonie leben und arbeiten 15 Familien, wo sie Felder bewirtschaften, Kühe melken und Hühnern die Köpfe abschlagen.

Wir kriegen eine Einladung zum Besuch einer der Gemeinschaften. Unser Freund, Ian hat Freunde in der Kolonie und schaut öfters vorbei um Lebensmittel aufzustocken. Auf zur Kolonie. Ich bin erstaunt wie unser Freund sich hier orientiert bei welchem Feld er links oder rechts abbiegen muss, um ans Ziel zu kommen – dazu muss man hier aufwachsen. Beim Feld von Mister Lenny links und 18 Felder weiter rechts … Am Horizont wird ein Zeichen von Zivilisation sichtbar, dass muss es sein. Wir biegen in die Siedlung ein. Rechts sind drei Hallen und unzählige Silos, links ist ein Häuserblock mit 15 Eingängen. Hinter einer der Türen warten Mary und Josef mit ihren drei Kindern auf uns.
Da geht eine der Türen auf, dort stehen sie am Treppenabsatz in ihren Trachten. Josef mit langer dunkler Hose, weißem Hemd, Bart, Hosenträgern streckt uns die Hand entgegen zur Begrüßung. Mary in ihrer Tracht mit weißer Rüschenbluse, langem Rock, Haube und ihren zwei Töchtern, die ihre Köpfe an ihr vorbeiquetschen um einen Blick zu erhaschen auf den Besuch, begrüßt uns. Wir brennen vor Neugierde, das Gelände zu erkunden und mehr über den isolierten Lebensstil der Hutterites zu erfahren. Josef führt uns zu der Erbsenverarbeitung, die in einer der Produktionshallen auf der linken Seite vonstattengeht. Das halbe Dorf ist anwesend und packt an beim Sortieren. Der Rest, die Älteren der Gemeinschaft machen es sich vor dem Haus neben dem Blumenbeet, das seit kurzem toleriert wird, gemütlich. Wir ziehen weiter zu den Kühen, Kälbern und der Melkanlage mit automatischer Erkennung der Zitzen – Ian kommentiert, es ist der neuste Standard. Künstliche Befruchtung ist hier nicht erlaubt, das ist zu unnatürlich. Die Kostprobe der Sahne wird zu einer Geschmacksexplosion. Ich habe noch nie so leckere Sahne gegessen. Als Nächstes geht es zu einer weiteren Verköstigung. Mary ist der Chefkoch der Kolonie. Niemand muss hier kochen außer Mary. Das bedeutet täglich drei Mahlzeiten für rund 80 Personen zaubern. Ein interessanter Fakt, die Hutterites sitzen beim Essen nach Alter sortiert an den Tischen. Als Gäste müssten wir uns einordnen. Zurück in der Küche entdecken wir die neusten highend Öfen, in die Mary ihre Zubereitungsweise einprogrammiert hat. Damit lässt sich einkochen oder dampfgaren und am Ende reinigt sich der Ofen selbst. Ich hoffe, dass diese Modelle bald für alle zugänglich sind. Mary hat selbstgemachtes Schokoeis und Kekse zur Verköstigung für uns – jetzt hat sie uns.

Josef lädt ein ins Haus zu gehen. Bei einem Gläschen selbstgebrautem Rhabarberwein können wir sie zu ihrem Lebensstil Ausfragen. Es ist ein gemeinschaftlicher Lebensstil, der den biblischen Lehren von Jesus folgt. Im mittelalterlichen Europa wurden sie verfolgt, so packten sie ihre Bibeln ins Boot und flohen nach Kanada. Seit einigen Jahren beginnen die Gemeinschaften sich zu öffnen für Veränderungen. Es gibt Telefone, Internetanschluss, die Teens haben Handys, die Wohnungen Kühlschränke und persönliche Gegenstände. Ein großer Wandel für die Kommunen mit einheitlichem Aufbau von Wohnräumen und Verwaltung von den Ältesten, Männern. So bekommt jeder Bewohner einmal im Jahr ein paar Schuhe, eine Stoffbahn zum Nähen der Kleidung bewilligt sowie oft auch etwas Schnickschnack für die Ausstattung der Wohnräume. Eigentlich hat hier niemand Eigentum oder Geld, da alles von den Ältesten verwaltet wird. Aber die Kids dürfen Geld beim verkauf Keksen, angebautem Gemüse oder anderen Dienstleistungen entgegennehmen und als ihr eigenes Betrachten, sofern sie noch nicht babtisiert wurden (verheiratet). So arbeitet, der Sohnemann bei den Nachbarn als Rasenmähboy und gönnt sich das iPhone. Die Töchter verkaufen Plätzchen und kaufen sich Parfüms. Außerdem kriegt die Familie hin und wieder Geschenke von Freunden außerhalb der Kolonie.

Zu unserem Erstaunen lebt der älteste Sohn der Familie in Saskatoon und macht Kohle auf den Ölfeldern in Alberta. Ein Trend unter jungen Hutterites ist es die Kolonie für einen Zeitraum zu verlassen, was gegen die Tradition sowie den Glauben/Gesetzte ist und nicht gern gesehen wird. Die meisten sind schnell abgeschreckt von der Außenwelt. Diese ist eine riesige Herausforderung, wenn du 3-mal täglich das Essen auf den Tisch gestellt bekommen hast, immer ein Dach über dem Kopf hattest, wofür du keine Miete zahlst, geschweige den je Geld in der Hand hattest und deine Tagesaufgabe stets definiert war von der Gemeinschaft. Aber ihr Sohn lebt schon seit 3 Jahren außerhalb der Kolonie. Er plant bald zurückzukommen. Mary kann es kaum erwarten. Denn sollte er außerhalb der Kolonie heiraten, darf er nie wieder zurückkommen. Sie erzählt, dass sie täglich mit ihm spricht. Es wird Abend und die Familie muss morgens um 5 Uhr aufstehen. Wir ziehen mit Kekstüten ab.

Und weil wir so gut gefüttert wurden, kommen wir zwei Tage später wieder. Die Gastfreundlichkeit und unsere Neugierde drängen uns zum Freunde werden. Beim nächsten Besuch erkunden die Werkstätten und schlemmen Zwergkartoffeln mit Böhnchen und Doublejockers sowie Rhababarkuchen.
Für die Farmarbeit verfügen sie über die neusten Traktoren. Wer besorgt und informiert sich über die aktuellsten Geräte der Branche? Jeder der Bewohner in der Kolonie hat eine bestimmte Aufgabe, bestimmt von den Ältesten. So wurde Mary zur Küchenchefin bestimmt und Josef zum Arbeiter in der Metallwerkstatt. Als Zuständiger für die Metallwerkstatt, ist er der Beauftragte, der prüft, ob es sich lohnt Schrauben extern einzukaufen oder herzustellen. Außerdem muss er sich mit den Metallgeräten der Kolonie auseinandersetzen sowie den Geräten für die Arbeit mit dem Metall. Dafür wird er freigesprochen von allen anderen Verpflichtungen wie dem Haushalt, Kochen, Farmarbeit.

Für die schulpflichtigen Kinder kommt ein Lehrer von außerhalb und unterrichtet in der Gemeinschaft, die Jahrgänge 1–4 und 5–8. Ab der achten Klasse sind die Jugendlichen nicht mehr schulpflichtig. Sie geben ihre schulische Laufbahn auf und beginnen ihre Karriere in der Kolonie. Einzigartig macht unseren Besuch hier auch der Einblick in eine Hutterites Kolonie.

 

Abgerundet wird unser Aufenthalt auf der Farm durch den Ausflug zum Diefenbaker See. Ian hat ein Motorboot, Wasserski und ein Donut. Was für ein Ritt auf dem Wasser und ein unglaublicher Tag. Vielen Dank Ian, die Zeit mit dir auf der Farm war großartig.
Es muss ein Traum sein hier Ende August durchzufahren, wenn die grünen Weizenfelder sich zum Gold der Prärie färben. Etwas, das wir gerne einmal sehen würden.

 

The post Wilde Prärie first appeared on in the nature.

]]>
https://inthenature.de/wilde-praerie/feed/ 0 4363
Mittanzen auf Manitoulin https://inthenature.de/indianer-auf-manitoulin/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=indianer-auf-manitoulin https://inthenature.de/indianer-auf-manitoulin/#comments Fri, 17 Jun 2016 05:00:55 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=3033 Manitoulin Island ist die größte Süßwasserinsel der Welt. Mit einer Fläche von 2.766 km² könnte es Wochen dauern, bis wirklich all die dort…

The post Mittanzen auf Manitoulin first appeared on in the nature.

]]>
Manitoulin Island ist die größte Süßwasserinsel der Welt. Mit einer Fläche von 2.766 km² könnte es Wochen dauern, bis wirklich all die dort befindlichen Süßwasserseen und Flüsse erkundet und die unzähligen Pfade abgewandert sind.
Wir nehmen uns 4 Tage Zeit. Der Zeitraum von Mitte Juni bis Anfang August ist perfekt, sagt man, da nicht nur das Wetter zum Wandern stimmt, sondern da zu der Zeit die Powwows der indigenen Gemeinden, die auf der Insel leben, stattfinden.

An- und Abreise
Es gibt zwei Möglichkeiten, um auf die Insel zu kommen: mit dem Auto oder mit dem Boot. Die Drehbrücke in Little Current, an der nordöstlichen Spitze der Insel, verbindet Manitoulin zu Ontarios Autobahnnetz. Von Mitte Mai bis Mitte Oktober fährt eine Fähre die MS Chi-Cheemaun von Tobermory zur südöstlichen Spitze der Insel zum Dorf South Baymouth. Die Überfahrt durch den Fathom Five Marine Park dauert ca. 1 ¾ Stunden und bereitet uns Freude – tolle Aussichten.

 

Providence Bay
Wir verlassen South Barmouth direkt und fahren zur Providence Bay Beach: Es ist einer dieser Orte, an denen man sich hinsetzen kann und den Tag vorbeiziehen lassen. Auf dem Boardwalk über den Sanddünen faulenzen wir und genießen einfach die Schönheit der weiten Landschaft. Es ist eine wunderschöne Gegend!
Anschließend statten wir Mutchmor – es liegt auf der gleichnamigen Straße in der Stadt, einen Besuch ab. Schon von außen schreit es, komm rein! Ich bin zu interessant um an mir vorbeizulaufen. Herr Garniss erklärt, dass der Name des neuen Raumes, der Mutchmor, vom Namen einer der ursprünglichen Familiennamen im Dorf abgeleitet wird. Herr Garniss Freundin Bridgette Sarong hat ein Peace Café im vorderen Bereich des Gebäudes eröffnet. Frau Sarpong serviert ausgezeichneten Espresso und Karamell gefüllte Schokokekse mit Meersalzsträusel-Haube. Aber eigentlich ist das ganze eine Galerie mit verschiedensten Arbeiten von Künstlern der Insel. Gleichzeitig ist es ein Bioladen mit handgefertigten Produkten wie Seife, ein Fortbildungsraum und im oberen Teil ist es ein Studio für Yoga-/Tanzlehrer – ein sehenswertes Gemeinschaftsprojekt.

 

Gore Bay
Nach einem Großeinkauf bummeln wir hier durch die Alleen. Wir ziehen an eleganten historischen Villen, keine gleicht der anderen, vorbei und entlang der Promenade, die sich am südlichen Ende der Bucht schlängelt. Dort steht eine Marina auf dem Nordkanal. Hier gönnen wir uns eine längst überfällige Dusche. Das Passwort kriegen wir von den Angestellten – ziemlich cool!

 

Kagawong
Wer liebt es nicht Wasserfälle zu besuchen? In der Nähe von Kakawong gelangen wir leicht zu Fuß über einen Pfad entlang des Flusses zu den Bridal Veil Falls. Das Geilste ist es, dass wir hinter das Ding klettern können. Die Felsen kann man als Rutsche nutzen um im Basin des Wasserfalls zu plantschen. Yeah!

Über die Stahltreppe neben den schönen Wasserfällen gelangen wir zur Draufsicht –*Knips und anschließend zur Straße mit Parkplatz. So schlendern wir gemütlich entlang der Straße zurück zum Auto. Die Nacht verbringen wir am Pier und wachen mit dem schönsten Sonnenaufgang der Insel auf!

 

M’Chigeeng
Wir gehen wandern und reinigen uns spirituell. Der M’Chigeeng Aboriginal Trail liegt im Reservat. Der Weg beginnt hinter dem Gelände des Powwows am Highway 551, südlich des Highway 540. Für die Ureinwohner ist die Wanderung eine spirituelle Reinigung. Der Wanderweg besteht aus zwei Pfaden: einer entlang der Unterseite der Klippe, und der andere klettert an die Spitze dieser. Die Spitze der Klippe bietet eine hervorragende Aussicht auf die Bucht. Hier zwischen den Hollywood-Buchstaben M’Chigeengs und mit Blick auf die Stadt können wir die Beine lang machen.

Jetzt geht es in das Ojibwe Cultural Foundation Zentrum. Diese Stiftung verfügt über eine aussagekräftige Sammlung indigener Kunst, informierende Schautafeln und Platz für alles was in der Gemeinschaft benötigt wird.
In der Ausstellung werden Zusammenhänge von Gemeinschaften erklärt: Jeder Mensch wurde als Angehöriger eines Klans geboren. Diese unterscheiden sich voneinander durch Tiernamen, die Totem. Es ist ein abgeleiteter Begriff aus der Ojibwe-Sprache für blutsverwandte Geschwister. Die Gemeinschaft ist hervorgegangen aus sechs Gründerklans, die ihren Ursprung in der Morphologie von sechs unterschiedlichen Tieren sehen. So entstand einerseits die Gemeinschaft und andererseits war es ein Schutz vor Inzest, denn das Totem wird patriarchal weitergegeben. Geschickt!

Ein großer Teil der Ausstellung setzt sich mit Residential Schools auseinander. Residential Schools nannte man Schulen, die von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1996 betrieben wurden. Es handelte sich um Internate, zu denen ausschließlich die Kindern der kanadischen Ureinwohner zwangsgeschickt wurden. In Kanada herrscht Schulpflicht, diese machte vor den Ureinwohnern nicht halt, und sammelte teilweise mit Gewalt die Kinder aus den Gemeinden ein, um sie zum Internat zu bringen. Diese Schulen sollten die Kinder von den Eltern fernhalten und zugleich von ihrem kulturellen Einfluss. Der Gebrauch ihrer jeweiligen Muttersprache wurde ihnen strikt verboten, stattdessen sollten sie Englisch bzw. Französisch lernen. Sie vergaßen ihre Muttersprache somit waren sie nicht in der Lage sich mit den eigenen Müttern, Vätern, Großeltern auszutauschen. Damit verbunden war ein allgemeiner Zivilisierungsauftrag. Unglaublich ist die Vielfalt an Wahrnehmungen: So werden dankbare Künstler vorgestellt, die ihr Potenzial innerhalb diesen Schulen voll ausgeschöpft sahen. Bei anderen steht der kulturelle Völkermord im Vordergrund – wie ein solches Entwurzelungsprogramm zu einem weitgehenden Verblassen kultureller Erinnerung führte.

 

Cold Springs
Der Cup and Saucer Trail ist eine Wanderung, die du nicht verpassen möchtest. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Er bietet legendäre Blick auf die Insel und der optionale Adventure Trail ist bombe. Ich würde jedem den abenteuerlichen Teil ans Herz legen, der bereit ist am Boden zu robben und sein Körpergewicht auf und über Felsen stemmen sowie sich zwischen Felsspalten zu zwängen kann. Zwei Aufstiegsetappen müssen wir erklimmen um zu den versprochenen Aussichten zu gelangen. Am Abhang der 70 Meter hohen Klippen stehen wir mit Ehrfurcht, deswegen legen wir uns besser hin und genießen den Panoramablick über der Insel. Die Aussicht ist toll. Die 12 km plus Adventure Trail haben wir in 4 Stunden geschafft und es war jeden Schweißtropfen wert. Unser Top Ding to do auf Manitoulin Island!

 

POWWOW
Ein Powwow ist ein Zusammentreffen verschiedener Indianerklans um gemeinsam in Trachten zu tanzen, zu singen, zu trommeln, Kontakte zu knüpfen und die indianischen Kulturen zu ehren. Das wollen wir erleben. Mal Teil eines Powwows sein oder zu mindestens zu schauen. Ein kurzer Blick auf den Veranstaltungskalender genügt, nächstes Wochenende steigt die Party in Wikwemikong. Die sieben Indianergemeinden feiern von Juni bis September an einem ausgewählten Wochenende für zwei Tage, wobei Wikwemikong – Wiki genannt, heraussticht an Größe und Popularität. Mit vollbepackten Reisebussen kommen die Klans aus ganz Kanada und sogar Amerika.
Zur Geschichte lässt sich Folgendes festhalten: Um 1850 entstanden die Vorläufer der Powwows als Veranstaltungen von Kriegerstämmen. Zur Stärkung der Gemeinschaft eingeführt, entwickelte es sich zur Darstellung der eigenen Identität im Bereich des traditionellen Lebens. Identität ist bis dato ein neuer Gedanke für die Ureinwohner. Deshalb weisen diese Veranstaltungen kriegerische, tierische, soziale, unterhaltende und andere Aspekte auf. Also ein indianisches Volksfest mit allem was die Teilnehmer eingepackt haben für den Tag.

Angekommen, schauen wir uns erstmal um. Im Eingangsbereich sind Essensstände. Es ist ein kreisförmiges Gelände mit einem Pavillon im Zentrum in dem getrommelt wird, am äußeren Rand sind überdachte Tribünensitzbänken, dazwischen ist Platz für jede Menge Menschen in knallbunten federverzierten Kostümen. Wir finden ein gemütliches Sitzplätzchen auf der Holztribüne im Schatten. Es sind heute nämlich gefühlte 40 °C. Ach übrigens … Janina und Sebastian, die super cool sind, gerade Kanada erkunden und die wir auf dem Festland kennengelernt haben, mehr dazu im Folgeeintrag, sind auch am Start. Die Veranstaltung wird eröffnet mit einer Einzugszeremonie, gilt als heilig, somit darf währenddessen nicht gefilmt oder fotografiert werden. Bei diesem Einzug laufen Geistliche, Flaggenträger und Tänzer zum Rhythmus der Trommel in die Arena ein. Flinke Füße haben die Tänzer. Elegant und leicht hüpfen die Damen von einem Fuß auf den Anderen. Jetzt folgt die Ehrung der Veteranen. Die Party beginnt: Es wird wieder gehüpft, die Metallglöckchen an den Kleidern rascheln, farbige Tücher werden geschwungen und manche Tänze mit Geld belohnt. Als es um Geld geht, fangen Martins Hüften an zum rhythmischen Trommeln zu pulsieren. Ehe wir uns versehen, schwingt er das Tanzbein im Zirkel und darf im Anschluss dem Häuptling der Kaboni Gemeinde die Hand schütteln, der ihn hier willkommen heißt. Mittanzende sind willkommen!

 

Wikwemikong
Bei dem ganzen Getanze wird uns heiß. Wir sind auf der Suche nach Abkühlung. Wir kriegen einen Tipp: Ins Wasser springen vom Pier hört sich bei den Temperaturen wahnsinnig toll an. Wir fahren die Indian Dock Road hoch und hüpfen ins kalte Wasser.

 

Little Current
Auf dem Weg nach Little Current ist ein super Halt für die Aussicht auf die Lacloche Berge, den Nordkanal und eigentlich über die ganze Umgebung: McLean’s Mountain Lookout! Ich habe mir sagen lassen, dass sich hier der schönste Sonnenaufgang ganz Ontarios genießen lassen. Aber jemand war zu faul so früh aufzustehen. Ich sag nicht wer!! Naja, wäre bestimmt bewölkt gewesen.

An einem so heißen Tag, ist Eis ein Muss. Die lokale Eisdiele 3 cows and a cone hat ein überwältigende Auswahl. Wir schlecken gemeinsam und bestaunen die Drehbrücke, die ein Segelboot passieren lässt.

Danke für die Tannenbäume zum Einpflanzen,
die wir als Geschenk beim Verlassen des Powwows bekommen haben.

Einkaufen: Lebensmittel lassen sich nur aufstocken in Gore Bay oder Little Current.
Duschen: Gibt es in Little Current am Hafen.

The post Mittanzen auf Manitoulin first appeared on in the nature.

]]>
https://inthenature.de/indianer-auf-manitoulin/feed/ 1 3033
Muskoka https://inthenature.de/muskoka/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=muskoka https://inthenature.de/muskoka/#respond Wed, 08 Jun 2016 22:20:18 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=2947 Zwischen Ottawa und der Georgia Bay entlang der Ostseite des See Huron, zeigt Ontarios Süden Kanadas typische Mischwald Landschaft: reich an Seen und…

The post Muskoka first appeared on in the nature.

]]>
Zwischen Ottawa und der Georgia Bay entlang der Ostseite des See Huron, zeigt Ontarios Süden Kanadas typische Mischwald Landschaft: reich an Seen und dichten Ahornwäldern.
Westwärts vom Algonquin Park erreichen wir die idyllische Region Muskoka, ein Rückzugsort für Großstädter aus Toronto und zurecht Cottage Country, das Hüttenland oder als die Sommerhaus-Gegend, bekannt ist. Der weißlich-graue Granit, der aus dem Wasser in die Landschaft ragt, die dichten Ahornwäldern und das kilometerweite Weideland, prägen das Landschaftsbild Muskokas.
Die Region Muskoska wird einzigartig durch ihren Wasserreichtum. Mit den 1.600 Seen, eingeschlossen durch grüne Wälder und geschmückt durch zusätzliche 333 Inseln, ist es ein malerischer Rückzugsort.

Sehenswerte Ortschaften
Es gibt zahlreiche kleine Ortschaften die zu einem Besuch der wöchentlichen Bauernmärkte, einem kleinen Stadtbummel sowie zum Erkunden der Geschichte auf den Seen einladen – oh ja, und jedes Dörfchen präsentiert sich in seinem Community Museum.
Unser Tipp: In Bracebridge, die James Street zum Fluss entlang spazieren mit Aussicht auf die Bracebridge Falls, ist ein gelungener Nachmittag. Genauso der Spaziergang am Hafen von Gravenhurst mit einer Dampfschifffahrt über die Muskoka Flüsse. Der Bauernmarkt in Gravenhorst ist übrigens mittwochs und in Bracebridge freitags.
Nahe dem Algonquin Park entdecken wir zudem einige Dörfer, welche zu den ersten polnischen Siedlungen in Kanada zählen. Erstaunlich viele Polen gibt es in dieser Region. Das zeigte sich später auch im Supermarkt, es gibt 5 Sorten Pierogi für $2!! Da wird zugegriffen 😉 

Wasseraktivitäten
So herrlich die Landschaft ist, so beliebt ist sie. Kaum ein Platz an den Seen und Flüssen ist unbesiedelt. Haus an Haus reihen sich die Grundstücke an dem Wasser. Ein ungewohntes Bild in Kanada mit einer Bevölkerungsdichte von 3,5 Einwohnern pro km². Im Gegensatz zu Deutschland mit 226,5 Einwohnern pro km². Umso schwieriger wird es für uns ein Parkplatz, Schlafplatz oder Picknickplatz zu finden. Anstrengend für uns, denn eben mal am See parken und übernachten wird eine Sache des Unmöglichen, aber durchaus verständlich, wer möchte hier nicht ein Haus am Wasser haben!

Wer hier etwas die Augen offen hält, findet aber sein Plätzchen zum Parken, Sonnenbaden oder Übernachten. Sonne scheint und wir genießen bei einer leichten Brise alle Momente an den noch verbliebenen öffentlichen Zugängen zum Wasser. Die Tage sind warm, doch das Wasser ist Anfang Juni für uns noch etwas zuuu kalt. Aber spätestens Ende Juni darf eingetaucht werden. Und dann bitte im Six Mile Provincial Park, die Strände und das klare Wasser sahen so einladend aus.

Das Bild welches diese Region in unseren Köpfen hinterlässt, wird nicht zuletzt auch eines mit vielen Stegen, die am See oder Fluss mit Freizeit-Equipment wie einem Boot, Kanus und Liegestühlen, Lust machen auf Wasser-Erkundungstouren: Wasserfall-Kanu-Tour oder einfach irgendwo in den Muskoka Fluss rein.

Betrachtet man die Geschichte Ontarios wird klar wieso die Menschen hier das Wasser und ihr Kanu lieben. Denn ab dem 17. Jahrhundert, als der Pelzhandel immer lukrativer wurde, gründete sich nach der Hudson Bay Company, 1670, eine zweite Organisation, die North West Company, 1783, welche per Kanu die Wasserstraßen von Montreal bis an die Westküste erschloss. Dazu aber in einem späteren Artikel mehr.

Wasserfälle
In der ruhigen Urlaubs-Nebensaison erkunden wir die Region zu Fuß und mit dem Fahrrad, zu den lokalen Wasserfällen, den Seen und entlang der Flüsse. Und Wasserfälle gibt es hier viele, besonders um Bracebridge herum. Die kleine Tour lohnt sich! Entweder mit dem Fahrrad oder im Auto, denn die meisten sind von der Hauptstraße direkt erreichbar. Unsere Favoriten sind in der Muskoka Region die High Falls in Bracebridge und die riesigen Muskoka Falls.
Wie wir im Laufe unserer Reise feststellen werden, gibt es in Ontario 400 Wasserfälle – wir haben nicht alle geschafft zu sehen. Hier zwei hilfreiche Webseite: gowaterfalling.com & waterfallsofontario.com 🙂

 

 

Wanderwege
Was bleibt noch in unseren Köpfen als Erinnerung? Was in Quebec noch das Eichhörnchen war, ist in Ontario definitiv das Streifenhörnchen und die Ringneck Schlange. Überall im Wald finden sich beide Kreaturen, ungefährlich und schreckhaft. Es soll weit aus mehr Schlangen geben, gesehen haben wir jedoch sonst nur eine Wasserschlange. Aaahhh ja, und Bären laufen hier auch gern mal über die Straßen. Bisher haben wir in Ontario 2 große und 2 kleine gezählt.

Ein Ausflug zum Georgian Bay Island National Park ist ein Highlight der Region. Der Park besteht 63 Inseln, die nur mit dem Boot erreichbar sind. Der DayTripper legt ab von 2611 Honey Harbour road, Honey Harbour.

Ereignisreich war es hier! Unser Auto hat bis hier hin über 20.000 km fast sorgenfrei zurückgelegt. In Gaspe (Quebec) mussten wir nach einer Bergetappe den Thermostat austauschen – wieder viel über den Flüssigkeitskreislauf im Auto gelernt. Dann musste nach 15.000 km das Getriebeöl sowie mit einem passionierten Mechaniker in seiner Hinterhof-Garage die Bremsbeläge und -scheiben wechselten sowie die Kolben grundgereinigt werden. Und jetzt, durch einen Nagel im Reifen, durften wir eine Testfahrt mit dem Ersatzrad machen. Reifenschaden – irreparabel :/

Glücklicherweise hilft uns ein Anwohner einen günstigen Ersatz-Winterreifen im 30 km entfernten Gravenhurst aufzutreiben. DANKE! Für „nur“ 100$ wird uns ein neuer Reifen auf die Felge gezogen und die Reise kann weiter gehen. JA, richtig gelesen, Winterreifen. Die haben wir beschlossen runter zu fahren …

The post Muskoka first appeared on in the nature.

]]>
https://inthenature.de/muskoka/feed/ 0 2947
Ab in den Norden https://inthenature.de/ab-in-den-norden/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ab-in-den-norden https://inthenature.de/ab-in-den-norden/#respond Sat, 08 Aug 2015 00:56:53 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=1019 Wir wollten auf die Northern Ranger Fähre. Der Norden Labrador ruft uns: Wie leben die Inuits? Gibt es dort auch so viele Fliegen?…

The post Ab in den Norden first appeared on in the nature.

]]>
Wir wollten auf die Northern Ranger Fähre. Der Norden Labrador ruft uns: Wie leben die Inuits? Gibt es dort auch so viele Fliegen? Polarbären?
Es heißt die Fähre ist ausgebucht. Wir werden es nie erfahren … Warum wir? Neiiin. Die Fähre fährt nur montags. Eine ganze Woche warten. Nun ist meine Natur dafür bekannt hartnäckig zu sein.

1 Woche vor Abreise versuchten wir über das online System zwei Plätze zu reservieren. Die Reservierung ging leider nicht durch.
Wir rufen bei der Ticketzentrale an um uns zu vergewissern. Leider ausgebucht lauten die Worte die uns entgegen schallen. OK, wir reisten weiter, Richtung Fähre und hoffen das sich doch noch etwas ergibt.

2 Tage vor Abreise erfahren beim Ticket Schalter, das es am Tag der Abfahrt noch möglich ist sich auf eine Warteliste eintragen zu lassen.

Am Morgen um 08:00 Uhr sind wir die dritten in der Warteschlange. Die Dame vor uns will sechs Tickets. Wir bangen. Als wir drankommen um unsere Namen auf die Liste zu setzen sieht es schlecht aus. Man würde uns anrufen sofern es Platz gibt.

11:30 Uhr
Der Anruf bleibt aus.
Martin beschließt zum Schalter zu fahren um nachzufragen.

12:00 Uhr
Wir schmeißen unser Zeug in die Rucksäcke. Damit haben wir nicht mehr gerechnet. Hektik. 🙂

12:30
Wir erwerben die Tickets. Nicht günstig die Überfahrt.

13: Uhr
Unser Boot legt ab, mit uns.
Auf dem Boot erfahren wir das die Online-Reservierung, die wir vor einer Woche tätigten, durchgegangen ist – toll. Laut meiner Visakarten-Abrechnung, sogar 2-mal.
Nächster Halt: Nunatsiavut „unser schönes Land“.

 

Deutsche Missionare haben ihren Fingerabdruck in der Region hinterlassen. Mitte des 18. Jahrhunderts reisten die Moravians hierher um die Menschen zu missionieren. Durch ihre Arbeit mit den Inuit in Grönland sprach man Inuktitut. So konnte die Lehre verbreitet, Inuits missioniert und Kirchen erbaut werden.

Rigolet
ist der erste Halt nach 5 Stunden Fahrt, erbaut in einer Bucht, am Beginn des Sees Melville, ist es die südlichste Inuit Gemeinde. 45 Minuten Aufenthalt bis zur Weiterfahrt. Es ist Abend geworden. Ein dichter Nebel liegt über der Stadt. Wir laufen zum Boardwalk für einen kurzen Spaziergang. Es ist der zweitlängste der Welt. Wir sehen einen kleinen Teil davon. Auf der Rückfahrt (die Fähre hält nochmal in allen Gemeinden), schaffen wir es mehr vom Boardwalk zu sehen. Das Wetter ist besser und nach 5 Tagen auf dem Schiff brauchen wir Bewegung. Während Martin in einer 45 Minuten Laufeinheit gut 4 Kilometer des ca. 40 km Boardwalks sieht, erhasche ich in meiner Laufeinheit sicherlich die Hälfte dieser Strecke. Es ist ein schöner Boardwalk direkt an der Küste.

 

Makkovik
Das Dörfchen wurde 1752 von Moravians besiedelt. Inuit waren einst Nomaden ohne permanente Siedlungen. Die Liebe zur Religion machte sie zu Siedlern.
In Makkovik gibt es einen biblischen Poesie-Pfad, der hinter der Kirche beginnt. Er mündet in einem gut ausgebauten Pfadsystem mit hoch gewachsenen Tannen.
Das Handarbeitsgeschäft, das zu den üblichen Artikeln wie Wolle und Reißverschlüsse auch Seehund-, Karibou-, Polarbär-Felle verkauft, ist sehenswert. Es gibt einige handgefertigt Artikel im Verkauf: Fell-Scharber, Ohrringe, Seehundfell-Handschuhe mit an den Innenflächen gefärbtem Wildleder, Seehundfell-Haarreifen und anderes. An Einfallsreichtum mangelt es hier nicht.

 

Hopedale
Nach 6 weiteren Stunden Fahrt bekommen wir am Hafen einen unerwarteten Abholservice. Zwei Einwohner der Stadt organisieren hier kleine Touren zu den Sehenswürdigkeiten. Es geht zum ältesten Haus Nordamerikas, erbaut von den Moravians. Daneben ist die Kirche und ein Museum mit einer Sammlung von Artefakten, Fotografien, biblischen Büchern, Texttafeln, … Dort erfahren wir, dass Moravians Protestanten sind, die sich gründeten als sie der römisch-katholischen Kirche absagten. Sie stammen aus Moravian, eine Region im heutigen Tschechien. Als wir eins der Fotos näher betrachten sehen wir Inuits in frommer Bekleidung, mit weißen Puritanerkäppchen und Schürzen. Sie halten große und kleine Kerzen, die in Äpfeln stecken. Alle stehen nebeneinander aufgereiht vor den weißen Sitzreihen. Ein Tannenbaum ist zu sehen. Es ist Weihnachten. Also wird in der Kirche zelebriert – verrät uns einer der Anwohner. Diese Tradition wird Jahr um Jahr fortgelebt.
Nächster Halt ist die Versammlungshalle: Wir treten durch die Eingangskuppel, die an ein Iglu erinnert. Im Eingangsbereich ist der Boden aus Labrodorit gefertigt – ein Marmor ähnlicher Stein aus Labrador. Wir folgen der Einladung in den Regierungssaal. Im Zentrum ruht ein 5 m langes Polarbär-Fell auf dem Labradorit Boden. Umgeben von einer ovalen Tafel an der sich die Repräsentanten treffen, um Platz zu nehmen auf Seehundfell-Stühlen um zu debattieren über die Zukunft „Nunatsiavuts“. Ein feierlicher Saal.

 

Zurück auf der Fähre

 

Die Fahrt mit der zwischen den Orten ist lang. Etwa 5–6 Stunden sind wir jedes Mal auf See. Pro Ort gibt es 1.5 Stunden Aufenthalt um sich etwas die Beine zu vertreten und das Schiff zu Be- und Entladen.
Das Wetter zieht leider weiter zu. Nachdem wir noch die ersten 4 Stunden der Überfahrt uns an Deck sonnen konnten, ziehen Regenwolken und Nebelfronten auf …

 

Immerhin konnten wir etwas Sonne tanken. Für den Rest der 5-tätigen Reise sollen wir nämlich keine mehr abbekommen … Nebel und Regen begrüßen uns in jedem Dorf.

Auf hoher See werden die Wellen immer größer. 3-8 Meter sagt man uns. Da wir keine Kabine gebucht haben (hätte uns nochmal eine Stange mehr gekostet), verbringen wir den ganzen Tag im Aufenthaltsraum oder wandern im Schiff umher. Es gibt 2 Fernseher und eine Menge Kinder die schreiend durch die Gegend laufen – spielen. In der Nacht machen wir uns „richtig bequem“. Tatjana schläft auf den Stühlen, während ich mit der Isomatte auf dem Boden liege. Die Nächte auf dem Boden im Aufenthaltsraum der Fähre sind bei den Wellen gewöhnungsbedürftig. Zudem laufen die Kinder auf Drogen umher: Zucker und Koffein! Alle zwei Minuten macht es: Zssscht … mal wieder wurde eine Cola geöffnet.

Viel zu tun gibt es auf der Fähre nicht. Wir schreiben ein paar Blogartikel ins Handy. Lesen das was wir auf dem Schiff finden und unterhalten uns mit den Leuten. Spannend sind die Gespräche mit den Innu-Jugendlichen/-Kindern, die uns anquatschen. Sie erzählen uns offen über die Probleme ihrer Gemeinde – die Drogen/Alkoholprobleme, verwahrloste Kinder und resultierende Selbstmord. Die wenigen mit denen wir sprechen sind aus dem Trott herausgekommen und spielen in einer Band oder Hockey.

Wir lernen ebenso den jungen Koch an Board (Joe) kennen. Er ist ein leidenschaftlicher Reisender und hat uns als ebenso Reisende direkt erkannt. Abends lädt er uns für einen Umtrunk in seine Kajüte ein – Martin folgt prompt dieser Einladung. Leicht angeheitert kommt er spät am Abend zurück – es gab 7Up mit günstigem Whisky :)

Natushish
Das ist die einzige Innu-Gemeinschaft an dieser Küste. Seit 2002 sind die Innus wohnhaft in diesem Teil. Seit der Gründung Kanadas wurden die Innus dazu gedrängt sesshaft zu werden. Sie verloren ihren Indianerstatus, der ihnen von England aus Schutz bot. Sie wurden Kanadier und somit schulpflichtig. Die erste Siedlung, die die Regierung einrichtete, befand sich im Torngate Gebirge. Dies ist der äußerste Nordzipfel Kanadas. Viele erkrankten hier an Tuberkulose und starben. Die Innus ließen ihre Siedlung verkommen. Die Häuserfronten wurden aus Protest als Feuerholz genutzt. Die Regierung beschloss die „Wilden“ auf eine Insel auszusiedeln. So wurde Davis Island zur neuen Heimat. Das Volk erleidet einen vollkommenen Kulturverlust: Internet, Fernsehen, Zucker, Alkohol, Drogen ersetzten jagen, fischen und wandern. Die Selbstmordrate stiegt. Aus Wut und Verzweiflung wird eine weitere Stadt auseinander genommen. Die Bilder von Häuserverbrennungen machen sich in den Medien breit. Es folgten Debatten zu Steuergeldverschwendungen: Der Durchschnittskanadier ist entsetzt, dass die Regierungen finanzielle Mittel stellt für die angezündeten Unterbringungen. 10 % der Innus arbeiten. Der Rest lebt vom Staat. Es sterben/begehen Selbstmord weitere Innus.
Vorwürfe werden laut: Genozid unterstellt man der Regierung. Ein drittes Mal werden die Innus umgesiedelt. Diesmal jedoch darf der Innu-Stamm selbst wählen wohin es geht: Natushish scheint die Lösung. Seit der Ankunft vor 13 Jahren gäbe es jede Menge Lösungsansätze zur Heilung der entstandenen Wunden. Es herrscht ein absolutes Alkoholverbot in der Gemeinde.
Eine schwierige Situation. Erstens sehen viele Kanadier ihre Steuergelder veruntreut. Zweitens betrachten sie die finanzielle Unterstützung als keine zukunftsorientierte Lösung. Diese Gelddebatte, die in den Medien präsent ist, führt zu fragen, die die Regierung unangenehm berührt beantworten sollte. Es werden Stimmen laut, dass die finanzielle Unterstützung die Innus ruhig halten soll. Die Landmasse lässt sich ohne Widersprüche zweckorientierter verwalten. So können Insektizide versprüht, Minen zum Abbau von Erz errichtet werden, Wasserfälle zur Gewinnung von Energie umgeleitet, Militärstützpunkte für deutsche und amerikanische Übungsflüge mit Bombenabwurf gebaut werden, ja und andere Sachen von denen ich noch nichts weiß.

Nain
Nach zweieinhalb Tagen kommen wir an der nördlichst gelegenen Siedlung an, die man mit der öffentlichen Fähre erreichen kann. Von hier nordwärts gibt es nur noch Wildnis und den Torrongates Nationalpark, den man nur per Flugzeug erreichen kann. Eine Woche Aufenthalt kostet ab 5000$ aufwärts – abhängig der Unterkunft die man wählt. Um hier die Fjorde, Steilklippen, Berge und die Wildnis zu erleben, muss man ein Komplettpaket buchen. Dazu gehört der Transport, Aufenthalt in einem Biwak-Zelt, Luxus-Zelt oder Hütte sowie ein Führer der mit einem Gewehr bewaffnet ist und die Parkbesucher vor Polarbären schützen soll. Sicherlich mal eine Reise wert, wenn man mal das nötige Kleingeld übrig hat.

In Nain geht es für uns direkt auf Erkundungstour und eine kleine Bergwanderung. Wir haben ausnahmsweise 3 Stunden Zeit!
Nain ist einer der größeren Gemeinden dieser Region. Hier leben die meisten Ureinwohner. Das Leben an sich ist ähnlich zum Rest Labradors. Die Häuser sehen genauso aus, wie wir sie auf unserer bisherigen Reise gesehen haben – einfache Pappmasche Häuser. Die Leute fahren Pickup-Trucks – es gibt im Ort einige Straßen.
Von hier geht’s zurück – die gleiche Strecke, zweieinhalb Tage mit der Fähre nach Goose Bay.

 

Postville
Joe – der Koch an Board, Chad – aus Postville und Martin trafen sich die letzten Abende für einen Umtrunk – Chad hat in Nain 3 Paletten Bier besorgt, eine davon wird an einem der Abende aufgebraucht. Alkohol ist hier in der Region nur schwer zu bekommen und teuer! Damit soll der Alkoholkonsum eingeschränkt werden. In Natushish ist sogar Alkohol verbot! Hier kontrolliert die Polizei regelmäßig die ankommenden Reisenden. Dafür ist extra eine Polizeistation errichtet worden.

In Postville bekommen wir von Chad eine Stadtführung! Es beginnt mit einem Bretterweg entlang des Ozeans zu Sandy Point. Anschließend gibt es eine kurze Rundfahrt durchs Dorf bei der wir die Schule, Feuerwehr und Chads Haus, das Haus seines Vaters und des Bruders sehen. Viel gibt es hier nicht – 150 Einwohner, fast jeder hat ein Auto und 2 Schneemobile. Zum Abschied packt Chad uns einen geräucherten und einen getrockneten Char ein, sowie gefrorene Traut und Seelachs ein.

 

Am ersten Tag haben wir uns in der Kantine Pommes gekauft, danach nur noch kostenloses heißes Wasser für unser Müsli, Tee oder Suppen abgeholt. Zweimal haben wir auch auf dem Festland mit dem Campingkocher gekocht, da gab es mitgebrachtes Gemüse mit Nudeln. An Board gab es jeden Tag Poutine (Pommes mit Bratensoße und Käse) und Kartoffelbrei mit Fleisch – Kantinenessen! Auf der Rückfahrt werden wir von den Küchenangestellten zum gratis Essen in der Schiffskantine eingeladen. Wahrscheinlich hatten die Angestellten Angst, dass wir verhungern.

Ein tolles Abenteuer. In Goose Bay angekommen freuen wir uns wieder auf eine gemütliche Schaummatratze, Ruhe, Sonne, selbstgekochtes Essen und LAND!

The post Ab in den Norden first appeared on in the nature.

]]>
https://inthenature.de/ab-in-den-norden/feed/ 0 1019
Knisternde Luftblasen https://inthenature.de/knisternde-luftblasen-3/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=knisternde-luftblasen-3 https://inthenature.de/knisternde-luftblasen-3/#respond Sun, 21 Jun 2015 03:40:11 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=368 Die Strecke geht entlang einer zerklüfteten Landschaft bestehend aus grünen Inseln – wunderschön. Einzig, die Schlaglöcher lenken den Blick zurück…

The post Knisternde Luftblasen first appeared on in the nature.

]]>
Die Strecke geht entlang einer zerklüfteten Landschaft bestehend aus grünen Inseln – wunderschön. Einzig, die Schlaglöcher lenken den Blick zurück auf die Straße.

Beothuk
Ein Zwischenstopp bei einem historischen Indianer Lagerplatz, lässt uns Zeit ein Teil der Geschichte Neufundlands zu erfahren. Das Immunsystem des Beothuk-Stammes hat die Besiedlung Neufundlands durch Europäer nicht überstanden. Leider ist der Stamm ausgestorben.

 

Twillingate
Nächster Stopp = Eisberge! Kurzentschlossen nehmen wir das letzte Boot des Tages raus aufs Meer. Der Skipper steuert das Boot um die umliegenden Eisberge und wir haben die Möglichkeit die unterschiedlichen Farben der Eisberge zu bestaunen. Grün, schimmert es aus dem Wasser, wenn das Licht sich leicht über der Wasseroberfläche an der riesigen Unterwasser liegenden Eismasse bricht. Blau, funkeln die Risse am Eisberg, welche sich wieder durch das Gefrieren des Schmelzwassers verschließen. Weiß, strahlt das Licht, welches vom Rest des porösen Eises reflektiert wird.

Unsere Reisebegleiterin, eine echte Neufundländerin (Kurzform Newfie, erkennbar an der kauenden Aussprache), erzählt uns weitere Details zu den Eisbergen und der Geschichte der Region. Ebenso fischt sie gekonnt ein paar Eisberg-Brocken aus dem Wasser. Jeder darf probieren – es schmeckt richtig gut. Klares Gletscherwasser, welches über Jahrtausende eingefroren war und auf seinem langen Weg aus Grönland hierher gefunden hat. Besonders zu empfehlen in Schnaps, oder anderen Getränken, dann hört man das leise Knistern der Luftblasen, welche sich aus dem Eis lösen 😉 So ein Eisstück hält sich 3-mal länger als ein gewöhnlicher Eiswürfel!

 

Nach dieser spannenden Tour schließen wir den Tag mit einer Wanderung zum Leuchtturm und einem leckeren Salat bei Aussicht auf die Eisberge und einen Sonnenuntergang ab.

The post Knisternde Luftblasen first appeared on in the nature.

]]>
https://inthenature.de/knisternde-luftblasen-3/feed/ 0 368
Willkommen „The Rock“ https://inthenature.de/willkommen-auf-dem-rock/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=willkommen-auf-dem-rock https://inthenature.de/willkommen-auf-dem-rock/#respond Sat, 20 Jun 2015 13:58:02 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=342 Nach einer entspannten Nacht auf unserem Walmart Campingplatz startete unsere Reise am Vormittag in Richtung The Rock. So wird Neufundland…

The post Willkommen „The Rock“ first appeared on in the nature.

]]>
Nach einer entspannten Nacht auf unserem Walmart Campingplatz startete unsere Reise am Vormittag in Richtung The Rock. So wird Neufundland von den Kanadiern betitelt.

 

Nachdem unser Mazda 5 im Bauch der Fähre verschwunden ist, suchen wir die sonnigen Plätze auf dem obersten Deck auf und genießen von hier aus die 6 Stunden lange Überfahrt von North Sydney nach Port aux Basques.

Mit der Einfahrt in den Hafen empfängt uns ein Willkommenskommittee von Walen – welch ein Start. Neufundland hat es in jetzt schon in mein Herz geschafft. Wir beobachten, die auf uns zukommende raue Küstenlandschaft, bestehend aus Felsgestein und flachen Büschen. Das lässt schon erahnen woher der Name „The Rock“ stammt.

 

Port aux Basques
Mit zunehmender Abendstunde entscheiden wir uns für den nahegelegenen, idyllischen und weißen Sandstrand mit angeschlossenem Campingplatz J.T. Cheeseman Provincial Park für unser Nachtlager. Bei einem leichten Abendessen genießen wir den Sonnenuntergang am naturbelassenen Strand. Schnell kommen wir auch mit den einzigen Besuchern ins Gespräch, welche sich uns mit ihrem Abendessen anschließen.

Fathom und Riley kommen aus Ontario und sind in unserem Alter. Wir tauschen Reiseerlebnisse sowie Empfehlungen für Kanada aus. Da beide bald nach Nova Scotia fahren, geben wir all unsere Karten samt Insider Tipps weiter – immerhin haben wir dort schon Einiges erlebt (einige Tage später erhalten wir per E-Mail eine Beschreibung was wir in Ontario bereisen sollten, plus eine Einladung bei Ihnen vorbeizuschauen, das ist echt klasse).

Die Entscheidung der weiteren Reiseroute wird durch das wechselhafte Wetter der kommenden Tage entschieden – es geht mit großen Schritten auf dem Highway Richtung St. John’s, welches auf der anderen Seite Neufundlands liegt. Auf den Schildern des Highways No. 1 steht St. John’s 890 km …
Wir lassen es langsam angehen und teilen unsere Reiseroute auf.

Der Halt beim Dildo Run Provincial Park und eine Kletterpartie zum Gipfel Black Head lässt uns die Weiten des Landes erahnen. Die Sicht auf 365 Inseln raubt es uns den Atem. Ebenso zeigt sich das Neufundland grün ist. Wälder, Flüsse und tiefschwarze Seen zeigen sich auf unserem Weg.

 

Grand Falls Windsor
Nach einem halben Tag auf dem Highway, übernachten wir auf unserem Lieblings-Campingplatz mit WLAN und Nacht-Shopping Möglichkeit in Grand Falls Windsor (Zentral-Neufundland). Nach diesem ermüdenden Tag fällt die Entscheidung zur Anpassung unserer Route und zum nächsten Reiseziel einfach. Wir wollen Eisberge sehen! Die Zeit ist günstig, denn bis Ende Juni reisen diese Giganten des Wassers noch an der Küste Neufundlands entlang.

Unser nächstes Ziel heißt Twillingate!

The post Willkommen „The Rock“ first appeared on in the nature.

]]>
https://inthenature.de/willkommen-auf-dem-rock/feed/ 0 342