Labrador | in the nature https://inthenature.de Reiseblog + Wandern mit Hund + Ökologischen Fußabdruck reduzieren Tue, 16 Oct 2018 12:07:09 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.8.19 https://inthenature.de/wp-content/uploads/2018/07/cropped-180715_INTNA_LOGO_01_BLACK_TRANS-32x32.png Labrador | in the nature https://inthenature.de 32 32 116258601 Churchill Falls & Labrador City https://inthenature.de/churchill-falls-labrador-city/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=churchill-falls-labrador-city https://inthenature.de/churchill-falls-labrador-city/#respond Thu, 13 Aug 2015 01:04:16 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=1023 Die Fahrt wird laaaaannng: Von Goose Bay nach Churchill Falls sind es 350 km, und dann nochmal 250 km nach Labrador City. Churchill…

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Die Fahrt wird laaaaannng: Von Goose Bay nach Churchill Falls sind es 350 km, und dann nochmal 250 km nach Labrador City.

Churchill Falls
Wir freuen uns auf die Besichtigung des Staudamms mit Wasserkraftwerk „Churchill Falls“. Eine Führung von der offiziellen Touristenführerin gibt es zur Zeit nicht – Sie sind auf der Suche nach Ersatz. Dafür gibt es eine persönliche Tour von der Verwaltung mit Schautafeln, Fotos und einem Video. Ich bin erstaunt wie simpel und massiv die Konstruktion eines Wasserkraftwerks ist – beeindruckend. Im Anschluss fahren wir um den Stausee, mächtig das Teil! Der einstige Wasserfall wurde ab 1967, da begannen die Bauarbeiten an dem Wasserkraftwerk, für das zweitgrößte Kraftwerk Kanadas mit einer Leistung 5428 MW, umgeleitet. Schon im Jahr 1915 begannen die umfangreichen Vermessungen durch Wilfred Thibaudeau. Erst 1974 konnte das Werk in Betrieb genommen werden.
Für die Ureinwohner, die Innu, waren die Wasserfälle eine bedeutende Landmarkierung. Die Innu glaubten, dass der Anblick dieser den sicheren Tod bedeute.

Die Stadt besteht aus 225 Arbeitern mit Familie = 600 Anwohner. Hier dürfen nur Arbeiter in der Stadt leben. Die Stadt wird von dem Unternehmen Hydro Québec geleitet. Ein ungewohntes Konzept: Im Stadtkern sind Siedlungen und Erholungszonen. Es gibt einheitlichen Einfamilienhäuser aufgereiht mit Vorgärten in Laufentfernung von einem verwinkelten Komplex mit Bar, Sportstudio, Yoga, Mini-Schwimmbad, Sauna, Supermarkt, Hotel, Restaurant, Schule, Bibliothek, Bank, … Wir nutzen das kostenlose Schwimmbad und entspannen uns in der Sauna. Der nächste Tag birgt eine lange Autofahrt …

Unterwegs gibt es nicht viel Neues zu sehen, viel Wald 😉

Labrador City
Labrador City überzeugt nicht zu übernachten. Die Stadt ist um zwei Erz Mienen entstanden. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es nicht, da man die Minen nicht näher anschauen kann. Wir vertreten uns die Beine um einen Badesee, stocken unsere Lebensmittel auf und tanken voll. Die Fahrt geht weiter.

Die Abenddämmerung setzt ein. Wir bauen in der Pampa unser Zelt auf. Ja, das Zelt, im Auto schlafen ist bei der Mückenplage nicht möglich. Die Viecher strömen durch die Lüftungen.
Zudem merken wir, dass die Straße von Labrador bis an die Grenze von Québec teilweise über weitere Schotterstraßen führt.

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Goose Bay https://inthenature.de/goose-bay/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=goose-bay https://inthenature.de/goose-bay/#respond Wed, 12 Aug 2015 01:02:46 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=1021 Sonne, wie sehr haben wir dich vermisst! Nach unserer Ankunft von der Fähre erleben wir sonnige Tage – über 20°. Wir brauchen eine…

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Sonne, wie sehr haben wir dich vermisst!
Nach unserer Ankunft von der Fähre erleben wir sonnige Tage – über 20°. Wir brauchen eine Abkühlung. Rauf aufs Wasser! Wir können uns die Kanus unserer Nachbarn ausleihen, jippii! So reisen wir mit unserem Kanu auf einem Seitenarm des Ozeans. Wir paddeln Richtung Goose River. Eine Sandbank erwartet uns am Ende. Hier ziehen wir das Kanu an Land, machen uns lang und verspeisen unser Erdnussbutter-Tomaten-Eisbergsalat-Sandwich. Wieder ins Kanu eingestiegen, geht es Richtung Ozean-Mündung zum Delta – mit der Strömung und ab nach Hause. Für heute erstmal genug. Abends können wir interneten 😉
Seit langem arbeiten wir nicht nur am Blog. Tatjana muss ihre Arbeit für einen Wettbewerb vorbereiten und Martin an einem seiner wissenschaftlichen Arbeit werkeln. Erfrischend zur Abwechslung – wer hätte das gedacht.

 

Der nächste Tag beginnt mit der Frage unserer Nachbarn ob wir uns mit Elektrizität auskennen. Ähm, Internet macht alles möglich…! So machen wir uns ans Heimwerken und montieren ein paar neue Außenlampen. Nach dem ersten ungekonnten Test, geht der Rest wie von allein. Leitungen verlegen – check, Lampengehäuse verkabeln – check, Lampen reindrehen – check!
Anschließend geht es zum Strand des Goose-Flusses. Das Wasser ist noch eiskalt. Wir genießen die Sonne auf unserer Haut. Es wird heiß, den Nachmittag verbringen wir am Rechner und im Schatten. Dieses ungewohnte Ding, die Sonne überfordert uns. Vor dem Abendessen geht es auf eine Fahrrad-Tour; zum Bunchberry sammeln!
Der Abend endet entspannt bei unseren Nachbarn, Jim und Roberta, mit gegrillten Moose- und Kindneybohnen-Burgern.

 

Ein weiterer Tag Sonne, dass muss ausgenutzt werden. So richtig losfahren können wir anscheinend noch nicht. Mit der Bitte der Nachbarn den Motor des kleinen Boots nach dem Winter wieder zu bewegen, geht es Mittags eine Runde aufs Wasser 😉
Der Tag ist noch jung und wir entscheiden uns mit dem Fahrrad einen Ausflug in den nächsten Ort zu machen. Dabei wollen wir gebackene Kekse bei Chad vorbeibringen. Ein Dankeschön für die getrockneten, geräucherten und frischen Fische, die wir auf der Fähre von ihnen bekommen haben.

 

Der Tag endet mit einem Gewitter und am nächsten Tag geht es für uns weiter auf der langen Strecke in Richtung Quebec!

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Ab in den Norden https://inthenature.de/ab-in-den-norden/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ab-in-den-norden https://inthenature.de/ab-in-den-norden/#respond Sat, 08 Aug 2015 00:56:53 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=1019 Wir wollten auf die Northern Ranger Fähre. Der Norden Labrador ruft uns: Wie leben die Inuits? Gibt es dort auch so viele Fliegen?…

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Wir wollten auf die Northern Ranger Fähre. Der Norden Labrador ruft uns: Wie leben die Inuits? Gibt es dort auch so viele Fliegen? Polarbären?
Es heißt die Fähre ist ausgebucht. Wir werden es nie erfahren … Warum wir? Neiiin. Die Fähre fährt nur montags. Eine ganze Woche warten. Nun ist meine Natur dafür bekannt hartnäckig zu sein.

1 Woche vor Abreise versuchten wir über das online System zwei Plätze zu reservieren. Die Reservierung ging leider nicht durch.
Wir rufen bei der Ticketzentrale an um uns zu vergewissern. Leider ausgebucht lauten die Worte die uns entgegen schallen. OK, wir reisten weiter, Richtung Fähre und hoffen das sich doch noch etwas ergibt.

2 Tage vor Abreise erfahren beim Ticket Schalter, das es am Tag der Abfahrt noch möglich ist sich auf eine Warteliste eintragen zu lassen.

Am Morgen um 08:00 Uhr sind wir die dritten in der Warteschlange. Die Dame vor uns will sechs Tickets. Wir bangen. Als wir drankommen um unsere Namen auf die Liste zu setzen sieht es schlecht aus. Man würde uns anrufen sofern es Platz gibt.

11:30 Uhr
Der Anruf bleibt aus.
Martin beschließt zum Schalter zu fahren um nachzufragen.

12:00 Uhr
Wir schmeißen unser Zeug in die Rucksäcke. Damit haben wir nicht mehr gerechnet. Hektik. 🙂

12:30
Wir erwerben die Tickets. Nicht günstig die Überfahrt.

13: Uhr
Unser Boot legt ab, mit uns.
Auf dem Boot erfahren wir das die Online-Reservierung, die wir vor einer Woche tätigten, durchgegangen ist – toll. Laut meiner Visakarten-Abrechnung, sogar 2-mal.
Nächster Halt: Nunatsiavut „unser schönes Land“.

 

Deutsche Missionare haben ihren Fingerabdruck in der Region hinterlassen. Mitte des 18. Jahrhunderts reisten die Moravians hierher um die Menschen zu missionieren. Durch ihre Arbeit mit den Inuit in Grönland sprach man Inuktitut. So konnte die Lehre verbreitet, Inuits missioniert und Kirchen erbaut werden.

Rigolet
ist der erste Halt nach 5 Stunden Fahrt, erbaut in einer Bucht, am Beginn des Sees Melville, ist es die südlichste Inuit Gemeinde. 45 Minuten Aufenthalt bis zur Weiterfahrt. Es ist Abend geworden. Ein dichter Nebel liegt über der Stadt. Wir laufen zum Boardwalk für einen kurzen Spaziergang. Es ist der zweitlängste der Welt. Wir sehen einen kleinen Teil davon. Auf der Rückfahrt (die Fähre hält nochmal in allen Gemeinden), schaffen wir es mehr vom Boardwalk zu sehen. Das Wetter ist besser und nach 5 Tagen auf dem Schiff brauchen wir Bewegung. Während Martin in einer 45 Minuten Laufeinheit gut 4 Kilometer des ca. 40 km Boardwalks sieht, erhasche ich in meiner Laufeinheit sicherlich die Hälfte dieser Strecke. Es ist ein schöner Boardwalk direkt an der Küste.

 

Makkovik
Das Dörfchen wurde 1752 von Moravians besiedelt. Inuit waren einst Nomaden ohne permanente Siedlungen. Die Liebe zur Religion machte sie zu Siedlern.
In Makkovik gibt es einen biblischen Poesie-Pfad, der hinter der Kirche beginnt. Er mündet in einem gut ausgebauten Pfadsystem mit hoch gewachsenen Tannen.
Das Handarbeitsgeschäft, das zu den üblichen Artikeln wie Wolle und Reißverschlüsse auch Seehund-, Karibou-, Polarbär-Felle verkauft, ist sehenswert. Es gibt einige handgefertigt Artikel im Verkauf: Fell-Scharber, Ohrringe, Seehundfell-Handschuhe mit an den Innenflächen gefärbtem Wildleder, Seehundfell-Haarreifen und anderes. An Einfallsreichtum mangelt es hier nicht.

 

Hopedale
Nach 6 weiteren Stunden Fahrt bekommen wir am Hafen einen unerwarteten Abholservice. Zwei Einwohner der Stadt organisieren hier kleine Touren zu den Sehenswürdigkeiten. Es geht zum ältesten Haus Nordamerikas, erbaut von den Moravians. Daneben ist die Kirche und ein Museum mit einer Sammlung von Artefakten, Fotografien, biblischen Büchern, Texttafeln, … Dort erfahren wir, dass Moravians Protestanten sind, die sich gründeten als sie der römisch-katholischen Kirche absagten. Sie stammen aus Moravian, eine Region im heutigen Tschechien. Als wir eins der Fotos näher betrachten sehen wir Inuits in frommer Bekleidung, mit weißen Puritanerkäppchen und Schürzen. Sie halten große und kleine Kerzen, die in Äpfeln stecken. Alle stehen nebeneinander aufgereiht vor den weißen Sitzreihen. Ein Tannenbaum ist zu sehen. Es ist Weihnachten. Also wird in der Kirche zelebriert – verrät uns einer der Anwohner. Diese Tradition wird Jahr um Jahr fortgelebt.
Nächster Halt ist die Versammlungshalle: Wir treten durch die Eingangskuppel, die an ein Iglu erinnert. Im Eingangsbereich ist der Boden aus Labrodorit gefertigt – ein Marmor ähnlicher Stein aus Labrador. Wir folgen der Einladung in den Regierungssaal. Im Zentrum ruht ein 5 m langes Polarbär-Fell auf dem Labradorit Boden. Umgeben von einer ovalen Tafel an der sich die Repräsentanten treffen, um Platz zu nehmen auf Seehundfell-Stühlen um zu debattieren über die Zukunft „Nunatsiavuts“. Ein feierlicher Saal.

 

Zurück auf der Fähre

 

Die Fahrt mit der zwischen den Orten ist lang. Etwa 5–6 Stunden sind wir jedes Mal auf See. Pro Ort gibt es 1.5 Stunden Aufenthalt um sich etwas die Beine zu vertreten und das Schiff zu Be- und Entladen.
Das Wetter zieht leider weiter zu. Nachdem wir noch die ersten 4 Stunden der Überfahrt uns an Deck sonnen konnten, ziehen Regenwolken und Nebelfronten auf …

 

Immerhin konnten wir etwas Sonne tanken. Für den Rest der 5-tätigen Reise sollen wir nämlich keine mehr abbekommen … Nebel und Regen begrüßen uns in jedem Dorf.

Auf hoher See werden die Wellen immer größer. 3-8 Meter sagt man uns. Da wir keine Kabine gebucht haben (hätte uns nochmal eine Stange mehr gekostet), verbringen wir den ganzen Tag im Aufenthaltsraum oder wandern im Schiff umher. Es gibt 2 Fernseher und eine Menge Kinder die schreiend durch die Gegend laufen – spielen. In der Nacht machen wir uns „richtig bequem“. Tatjana schläft auf den Stühlen, während ich mit der Isomatte auf dem Boden liege. Die Nächte auf dem Boden im Aufenthaltsraum der Fähre sind bei den Wellen gewöhnungsbedürftig. Zudem laufen die Kinder auf Drogen umher: Zucker und Koffein! Alle zwei Minuten macht es: Zssscht … mal wieder wurde eine Cola geöffnet.

Viel zu tun gibt es auf der Fähre nicht. Wir schreiben ein paar Blogartikel ins Handy. Lesen das was wir auf dem Schiff finden und unterhalten uns mit den Leuten. Spannend sind die Gespräche mit den Innu-Jugendlichen/-Kindern, die uns anquatschen. Sie erzählen uns offen über die Probleme ihrer Gemeinde – die Drogen/Alkoholprobleme, verwahrloste Kinder und resultierende Selbstmord. Die wenigen mit denen wir sprechen sind aus dem Trott herausgekommen und spielen in einer Band oder Hockey.

Wir lernen ebenso den jungen Koch an Board (Joe) kennen. Er ist ein leidenschaftlicher Reisender und hat uns als ebenso Reisende direkt erkannt. Abends lädt er uns für einen Umtrunk in seine Kajüte ein – Martin folgt prompt dieser Einladung. Leicht angeheitert kommt er spät am Abend zurück – es gab 7Up mit günstigem Whisky :)

Natushish
Das ist die einzige Innu-Gemeinschaft an dieser Küste. Seit 2002 sind die Innus wohnhaft in diesem Teil. Seit der Gründung Kanadas wurden die Innus dazu gedrängt sesshaft zu werden. Sie verloren ihren Indianerstatus, der ihnen von England aus Schutz bot. Sie wurden Kanadier und somit schulpflichtig. Die erste Siedlung, die die Regierung einrichtete, befand sich im Torngate Gebirge. Dies ist der äußerste Nordzipfel Kanadas. Viele erkrankten hier an Tuberkulose und starben. Die Innus ließen ihre Siedlung verkommen. Die Häuserfronten wurden aus Protest als Feuerholz genutzt. Die Regierung beschloss die „Wilden“ auf eine Insel auszusiedeln. So wurde Davis Island zur neuen Heimat. Das Volk erleidet einen vollkommenen Kulturverlust: Internet, Fernsehen, Zucker, Alkohol, Drogen ersetzten jagen, fischen und wandern. Die Selbstmordrate stiegt. Aus Wut und Verzweiflung wird eine weitere Stadt auseinander genommen. Die Bilder von Häuserverbrennungen machen sich in den Medien breit. Es folgten Debatten zu Steuergeldverschwendungen: Der Durchschnittskanadier ist entsetzt, dass die Regierungen finanzielle Mittel stellt für die angezündeten Unterbringungen. 10 % der Innus arbeiten. Der Rest lebt vom Staat. Es sterben/begehen Selbstmord weitere Innus.
Vorwürfe werden laut: Genozid unterstellt man der Regierung. Ein drittes Mal werden die Innus umgesiedelt. Diesmal jedoch darf der Innu-Stamm selbst wählen wohin es geht: Natushish scheint die Lösung. Seit der Ankunft vor 13 Jahren gäbe es jede Menge Lösungsansätze zur Heilung der entstandenen Wunden. Es herrscht ein absolutes Alkoholverbot in der Gemeinde.
Eine schwierige Situation. Erstens sehen viele Kanadier ihre Steuergelder veruntreut. Zweitens betrachten sie die finanzielle Unterstützung als keine zukunftsorientierte Lösung. Diese Gelddebatte, die in den Medien präsent ist, führt zu fragen, die die Regierung unangenehm berührt beantworten sollte. Es werden Stimmen laut, dass die finanzielle Unterstützung die Innus ruhig halten soll. Die Landmasse lässt sich ohne Widersprüche zweckorientierter verwalten. So können Insektizide versprüht, Minen zum Abbau von Erz errichtet werden, Wasserfälle zur Gewinnung von Energie umgeleitet, Militärstützpunkte für deutsche und amerikanische Übungsflüge mit Bombenabwurf gebaut werden, ja und andere Sachen von denen ich noch nichts weiß.

Nain
Nach zweieinhalb Tagen kommen wir an der nördlichst gelegenen Siedlung an, die man mit der öffentlichen Fähre erreichen kann. Von hier nordwärts gibt es nur noch Wildnis und den Torrongates Nationalpark, den man nur per Flugzeug erreichen kann. Eine Woche Aufenthalt kostet ab 5000$ aufwärts – abhängig der Unterkunft die man wählt. Um hier die Fjorde, Steilklippen, Berge und die Wildnis zu erleben, muss man ein Komplettpaket buchen. Dazu gehört der Transport, Aufenthalt in einem Biwak-Zelt, Luxus-Zelt oder Hütte sowie ein Führer der mit einem Gewehr bewaffnet ist und die Parkbesucher vor Polarbären schützen soll. Sicherlich mal eine Reise wert, wenn man mal das nötige Kleingeld übrig hat.

In Nain geht es für uns direkt auf Erkundungstour und eine kleine Bergwanderung. Wir haben ausnahmsweise 3 Stunden Zeit!
Nain ist einer der größeren Gemeinden dieser Region. Hier leben die meisten Ureinwohner. Das Leben an sich ist ähnlich zum Rest Labradors. Die Häuser sehen genauso aus, wie wir sie auf unserer bisherigen Reise gesehen haben – einfache Pappmasche Häuser. Die Leute fahren Pickup-Trucks – es gibt im Ort einige Straßen.
Von hier geht’s zurück – die gleiche Strecke, zweieinhalb Tage mit der Fähre nach Goose Bay.

 

Postville
Joe – der Koch an Board, Chad – aus Postville und Martin trafen sich die letzten Abende für einen Umtrunk – Chad hat in Nain 3 Paletten Bier besorgt, eine davon wird an einem der Abende aufgebraucht. Alkohol ist hier in der Region nur schwer zu bekommen und teuer! Damit soll der Alkoholkonsum eingeschränkt werden. In Natushish ist sogar Alkohol verbot! Hier kontrolliert die Polizei regelmäßig die ankommenden Reisenden. Dafür ist extra eine Polizeistation errichtet worden.

In Postville bekommen wir von Chad eine Stadtführung! Es beginnt mit einem Bretterweg entlang des Ozeans zu Sandy Point. Anschließend gibt es eine kurze Rundfahrt durchs Dorf bei der wir die Schule, Feuerwehr und Chads Haus, das Haus seines Vaters und des Bruders sehen. Viel gibt es hier nicht – 150 Einwohner, fast jeder hat ein Auto und 2 Schneemobile. Zum Abschied packt Chad uns einen geräucherten und einen getrockneten Char ein, sowie gefrorene Traut und Seelachs ein.

 

Am ersten Tag haben wir uns in der Kantine Pommes gekauft, danach nur noch kostenloses heißes Wasser für unser Müsli, Tee oder Suppen abgeholt. Zweimal haben wir auch auf dem Festland mit dem Campingkocher gekocht, da gab es mitgebrachtes Gemüse mit Nudeln. An Board gab es jeden Tag Poutine (Pommes mit Bratensoße und Käse) und Kartoffelbrei mit Fleisch – Kantinenessen! Auf der Rückfahrt werden wir von den Küchenangestellten zum gratis Essen in der Schiffskantine eingeladen. Wahrscheinlich hatten die Angestellten Angst, dass wir verhungern.

Ein tolles Abenteuer. In Goose Bay angekommen freuen wir uns wieder auf eine gemütliche Schaummatratze, Ruhe, Sonne, selbstgekochtes Essen und LAND!

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Happy Valley-Goose Bay https://inthenature.de/north-west-riversheshatshiu/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=north-west-riversheshatshiu https://inthenature.de/north-west-riversheshatshiu/#respond Sat, 01 Aug 2015 14:07:47 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=747 Nach einer nicht enden wollenden Fahrt auf der Schotterpiste 510: 6 Stunden mitten durch Labrador, links und rechts unendliche Wälder,…

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Nach einer nicht enden wollenden Fahrt auf der Schotterpiste 510: 6 Stunden mitten durch Labrador, links und rechts unendliche Wälder, vor und hinter uns Straße. Gute Neuigkeiten, Asphalt ist in Sicht! Das Vibrieren hat ein Ende:

Happy Valley-Goose Bay
Zusammengewachsen aus dem kleinen Dorf Happy Valley, und der errichteten Fliegerbasis in Goose Bay, ist es ein belebter Ort, an dem viele Arbeitsplätze geschaffen wurden. Sowohl kanadische, amerikanische wie auch deutsche Piloten haben hier jahrelang seit den 80ern ihre Tiefflug-Ausbildung abgeschlossen. Nachdem man im Irakkrieg jedoch bemerkte wie leicht Flieger mit Boden-/Luft-Raketen aus geringer Höhe abgeschossen werden können, ging die Militärpräsenz zurück. So sehen wir massive leerstehende Kasernen mit bekennenden deutschen Flaggen.

 

Nicht weit weg sind zwei Dörfer, eines davon ist von Innus bewohnt. Auf und neue Kulturen entdecken. Die Ureinwohner Kanadas, auch bekannt als Montaignes, die einst Handel betrieben mit den Wikingern, Basquen und Siedler-Franzosen. Ein Indianervolk mit Traditionen wie dem Kanu fahren und dem Räuchern von Ptarmigan.

North West River
Wir erreichen North West River. Die Stadt ist am Sandstrand eines Seitenarms des Atlantiks gelegen. Es bietet sich eine Schwimmgelegenheit bei Sonnenschein, glauben wir. Es war zu KALT! Wir cruisen mit unseren Bikes auf den Hügel der Stadt um uns aufzuwärmen. Das Interpretationszentrum vor Ort bietet eine Sammlung mit Geschichten aus der Innu-Kultur zum Shaking Tent und anderen schamanistischen Ritualen.

Sheshatshiu
Jetzt fühlen wir uns vorbereitet, dass Innu-Dorf, Sheshatshiu, zu erkunden. Die Dörfer wirken wie der gute und böse Bruder. Während North West River gepflegt ist, mit fein gemähten Rasen und Blumenbeeten um die verzierten Häuser, wirkt Sheshatshiu verwahrlost. Müll und Fahrradteile liegen verstreut. Die Weihnachtsdekoration kam mit den von der Regierung erbauten Häusern und macht sich auch den 10 Sommer wunderbar an dem Haus. Trotzdem stehen massive Pickup Trucks und Schneemobile in den Einfahrten. Irgendwas scheint hier nicht zu funktionieren.
Wie wir später erfahren, liegt es nicht nur am Alkohol und Drogen Problem, die Leute wissen nichts mit der Zeit und dem Geld, dass vom Staat  als Ausgleich für Land und Umsiedlung ausgezahlt wird, anzufangen – Kulturverlust.
Die meisten Kanadier können das nicht verstehen, wir auch nicht. Schade. Es gibt öffentliche Debatten, ich hoffe sie sind Stimmulation für Änderungen. Aber dazu mehr in den nächsten Berichten.

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Wonderstrand https://inthenature.de/wanderstrand/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=wanderstrand https://inthenature.de/wanderstrand/#respond Fri, 31 Jul 2015 14:01:42 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=745 Cartwright Unser zweiter Zwischenstopp auf dem Highway 510: Cartwright, ein Fischer- und Handels-Außenposten sowie ein ehemals amerikanischer Radarstützpunkt in Zeiten des…

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Cartwright
Unser zweiter Zwischenstopp auf dem Highway 510: Cartwright, ein Fischer- und Handels-Außenposten sowie ein ehemals amerikanischer Radarstützpunkt in Zeiten des kalten Krieges. Es ist erst seit kurzem an das Straßennetz per Schotterstraße angeschlossen. Die einstige Hauptfährverkehrsstadt auf dem Wasser, ist nun mit dem Haupt-Highway durch die 90 km lange Straße, die es zu bezwingen gilt, verbunden.

 

Hier geht es mit dem Kajak zu den Wonderstrands. So haben die Wikinger die 56 km lange Sandstrandküste genannt. Vom Kajakverleih nur neun Seemeilen entfernt. Wir paddeln schnurstracks über den ruhigen Ozean.
Beeindruckt von den unendlichen Weiten wandern wir eine Weile am Strand entlang. Sonnenschein, Strand, Meer und eine beißende Pferdefliege. Trotz Sonnenschein ist vorerst nicht an Entspannung zu denken. Diese Pferdefliege verfolgt uns unaufhörlich: grrr! Wir müssen weiter wandern – wir sehen viel vom Strand. Es ist idyllisch. Wir genießen die Einsamkeit.
Auf dem Rückweg beginnt die Flut und wir bekommen immer mehr Gegenwind. Auf halben Weg kommen wir zu einer Flussmündung und die Wellen werden hoch. Die Arme werden müder.
Pu, es wird haarig und Tatjana ist gar nicht glücklich vorne zu sitzen. Die Wellen versenken die Spitze des Kajaks. Tatjana bekommt Angst und will umdrehen. Das Lenkpedal von mir gibt auf. Wir müssen uns mit den Paddeln durch die Wellen navigieren
Doch da ist ein Boot. Tatjana ist fixiert auf die Wellen. Ich winke das Boot heran. Es ist das Paar von „Experience Labrador“, Pete und Georg, unserem Kajakverleih. Wir sind gerettet!
Glücklicherweise waren sie auf dem Weg um uns einzusammeln. Pete hat einen siebten Sinn. Sie kennt das Wetter und die Wellen hier. Als der Wind drehte beschließen die Zwei nach uns zuschauen.
An demselben Tag wurde diese Region zum Nationalpark ausgerufen. Wir waren die ersten turbulenten Besucher 😉 Es ist offiziell Martin Stopczynski und Tatjana Albrandt, die ersten Besucher im Mealy Mountain Nationalpark: Hier ist der Link. Falls ihr auch nach Labrador kommen solltet, schaut hier vorbei, leiht euch Kajaks. Es ist allemal ein Besuch wert.

Experience Labrador bietet zudem Camping Möglichkeiten, Touren zu der alten Radarstation und hat einen tollen Souvenirladen. Zudem sind die beiden verantwortungsvollen Betreiber, einfach großartig! Danke, dass ihr uns eingesammelt habt! Die Beiden achten auf ihre Gäste. Nach der ganzen Aktion, kriegen wir leckeren Bakeapple- und Blaubeertee zur Entspannung.

 

Gerettet und Tee in den Händen haltend,
die ersten Besucher des Nationalpark

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Trans Kanada Highway Nr 510 https://inthenature.de/trans-kanada-highway-nr-510/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=trans-kanada-highway-nr-510 https://inthenature.de/trans-kanada-highway-nr-510/#respond Wed, 29 Jul 2015 01:05:59 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=996 Nach Quebec City gibt es nur einen Weg – quer durch Labrador: 2700 km, davon 890 km Schotterpiste. Die Alternativen…

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Nach Quebec City gibt es nur einen Weg – quer durch Labrador: 2700 km, davon 890 km Schotterpiste. Die Alternativen sind fliegen, den gleichen Weg wieder zurück (ebenso 2600 km + Fähre) oder das Auto per Container verschiffen. Alles zu teuer, und bei weitem nicht so interessant wie weiter das Land erkunden. Ab Red Bay begeben wir uns also auf den Highway 510 und bereiten uns auf 9–11 Stunden Schotter vor …
Unterwegs gibt es noch vier Ortschaften, nur eine direkt am Highway, die anderen 30 bis 90 km abseits. So heißt es auftanken … $1.39 pro Liter, die günstigere Variante. Seit Halifax ($1.15) ist der Preis kontinuierlich gestiegen (auf ca. $1.25 im Norden von Neufundland).

Wir fahren ca. 3 Stunden mit 60 km/h über die gut gepflegte Schotterstraße bis nach Port Hope Simpson. Wir brauchen eine Pause, das Wetter lädt endlich dazu ein – kein bewölkter Dauerregen am Himmel.
Was macht man da in Kanada am besten? Genau, fischen!
Unterwegs haben wir uns eine Fischfanglizenz und eine einfache Angel sowie Haken für zusammen $50 an der Tankstelle besorgt. An der es ebenfalls Jagdgewehre in der Eingangshalle neben dem Fischzubehör gab. Tatjana wirft zuerst und beim dritten Versuch beißt etwas an! Die Spannung steigt. Als wir den Fisch raus ziehen schaut und ein Monster entgegen. Riesige Augen sowie Stacheln am Rücken – ein Steinfisch. Er kommt wieder ins Wasser. Nach einer Weile und ein paar Versuchen, bekommen wir Gesellschaft, muss wohl ein Spot sein. Wir haben einen guten Riecher. Der Hobby-Fischer, der aus dem Auto steigt, hat eine weitere Angel für uns dabei, perfekt.
Leider haben wir an diesem Tag kein Glück mehr, aber der Nachbar. Er selbst mag Fisch nicht, deswegen schenkt er uns die gefangene Forelle. Er fischt nur so. Das ist nett und wird zu unserem Abendessen!

 

Die Moskitos rauben uns wiedermal den Schlaf, schrecklich. Eine entflammte Citronella-Spirale verhilft zu etwas Ruhe.
Am nächsten Tag geht es weiter, 6 Stunden Schotterstraße … Nicht ohne sich zu waschen im kalten Flusswasser, muss ja mal sein. Vor allem am Morgen hat ein Fluss in Labrador eine belebende Temperatur. Der Seelachs springt um uns aus dem Wasser. Das ist das Zeichen – Bam, ich hole die Angel. Ein Schwung über die Schulter, noch einer, noch einer und ich habe einen an der Leinen. Ich fange einen Fisch. Welcher? Er hatte ein Fischkörper, ein Fischgesicht, war grau und an diesem war nicht viel Fleisch – besser als nichts. Als der nächste Fisch den Haken abreißt, geht es weiter in Richtung Cartwright …

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Fischer und Walfänger https://inthenature.de/fischer-und-walfaenger/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=fischer-und-walfaenger https://inthenature.de/fischer-und-walfaenger/#respond Tue, 28 Jul 2015 21:52:38 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=971 L’Anse-au-Loup Als es hell wird, werden wir von einigen Stimmen geweckt. Ein verschlafener Blick auf die Uhr verrät mir, dass…

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L’Anse-au-Loup
Als es hell wird, werden wir von einigen Stimmen geweckt. Ein verschlafener Blick auf die Uhr verrät mir, dass es erst 7 ist. Den Gesprächen nach zu urteilen haben wir am Hafen geparkt. Die Fischer wollen fischen.
 Es ist gerade Kabeljau-Fischsaison für den Eigenbedarf. 
Nach einer immensen Überfischung verhängte die Regierung 1992 ein Fischereiverbot – 20.000 Fischer wurden schlagartig arbeitslos.* Jetzt dürfen nur noch in der Zeit vom 18. Juli bis 8. August fünf Kabeljau pro Person pro Tag gefischt werden. Das lässt sich hier keiner entgehen.

Mich packt es ebenso! Ich springe aus dem Auto und beginne mit den Fischern zu quatschen. Einige kommen schon wieder zurück, andere wollen länger draußen bleiben. Nach einer Stunde spricht mich ein Fischer an, ob ich nicht zum Kabeljau fischen will: ja ja oh ja! 
Sam ist gerade in Rente gegangen. Wir fahren mit seinem kleinen Boot durch den Nebel. Beeindruckend wie er navigiert. Der Nebel ist dicht. Es wird frisch, mit dem großen Motor rauschen wir wie ein Speed Boot über das Wasser. Sam kennt die guten Stellen zum fischen, sagte man mir am Pier. Wir werfen die Haken raus, denn mehr braucht es nicht. Eine lange Leine, Gewicht und Haken. Der Fisch ist meist am Grund in ca. 20–50 Metern. Dann geht es darum immer wieder etwas am Seil zu ziehen (Jigging genannt), um den Fisch anzulocken. Es dauert 30 Sekunden bis einer anbeißt. Innerhalb von zehn Minuten holen wir die zehn Kabeljau rein. Da jeder von uns nur fünf fangen darf, beschließt Sam einige der Kleinen zurückzuwerfen und an der nächsten Stelle Größere zu angeln.
Nach 40 Minuten ist der Spaß vorbei. Wir beide haben einen guten Fang gemacht. Vor allem Sam, er kann mehr behalten und einfrieren. Mir reichen vier Filets. Dazu bekomme ich noch zwei Zungen sowie Bäckchen 😉 Das gibt ein Festschmaus!
Die Frage wo wir den Fisch bei dem Regen zubereiten klärt sich überraschenderweise schnell von selbst. Ein Nachbar kommt vorbei und bietet mir an den Fisch bei ihm im Schuppen zuzubereiten, perfekt. Die Leute sind so extrem gastfreundlich.
Während ich Tatjana aus dem Café abhole, wo sie in Ruhe am Computer arbeiten konnte, hat zu unserer Überraschung die Frau den Fisch für uns angebraten und mit frisch gebackenem Brot für uns angerichtet. Wir genießen den Fang. Zum Nachtisch teilen wir die mitgebrachten Muffins gegen selbstgebackenen Erdbeerkuchen und hören Geschichten von Albert mit Akordionklängen.

 

Red Bay
Nach drei Tagen lässt der Regen nach. Wir brechen auf in Richtung Red Bay, einem Walfänger Außenposten der Basken im 16. Jahrhundert. Eine rege Wal-Industrie gab es hier. Es sei das frü­heste, voll­stän­digste und am bes­ten erhal­ten Bei­spiel für die euro­päi­sche Walfang-Tradition. Die Archi­va­rin Selma Bark­ham, die in den 1970er Jah­ren begann, in Archi­ven die Geschichte der Sta­tion nach und nach zu rekon­stru­ie­ren, haben wir diesen Fund zu verdanken. Sie fand Doku­mente, die von Rei­sen bas­ki­scher Fischer nach Terra Nova berich­ten. So wurde Labra­dor damals in Europa genannt. Ihre Archiv­funde führ­ten zur Ent­de­ckung von min­des­tens vier Schiffs­wracks in Saddle Island, die heute im Red Bay Visi­tor Cen­ter zu sehen sind.
Inzwi­schen weiß man, dass in Red Bay Mil­lio­nen von Fäs­sern an Wal-Öl nach Europa ver­schifft wur­den, das dort vor allem als Lam­penöl gebraucht wurde — und sehr wert­voll war. Meh­rere hun­dert Per­so­nen und bis zu 25 Schiffe waren an die­sem früh­in­dus­trie­el­len Han­del betei­ligt. Zur Gwinnung des Öls wird das Walfett vom Tier abgetrennt, erhitzt, geschmolzen und in Fässer abgefüllt.


Die im 16. Jahrhundert angesagten Reifenröcke und Korsette wurden aus dem Fischbein des Wals gefertigt. Als Fischbein bezeichnet man das Filtersystem des Wals um Krill, Plankton oder anderes Kleintier aus dem Wasser im Mund zu filtern. Bestehend aus Keratine (wie die Fingernägel beim Menschen), war es wie Plastik von damals. In der Konsistenz ist Fischbein gleichzeitig steif und flexibel, weshalb es historisch für spezielle Zwecke zum Einsatz kam. Kein anderes Material wies seinerzeit dieselben Eigenschaften auf, und so begünstigte die Jagd nach Fischbein den Rückgang der Walpopulation, der beinahe zur Ausrottung der Bartenwale führte. Erst mit dem Ende der Korsettmode um 1915 verlor Fischbein als Motivation für den Walfang seine Bedeutung. Außerdem herrschte Krieg in Europa, sodass die Basken-Schiffe zur Kriegsführung der Franzosen und gegen die England eingesetzt wurden. Nach einem informativen Besuch in der Red Bay Bas­que Wha­ling Sta­tion, bei dem wir dies alles über die Walfänger-Geschichte erfahren, geht es auf den ‚Walknochen Wanderpfad‘ und zur Aussichtsplattform. Der Nebel umschlingt die gigantischen Knochen, die von der einstigen Produktion an Land liegen – gruselig.

Die Nacht verbringen wir im Vorgarten der Tochter von Albert. Danke Lorinda für die selbst gemachte Rhabarber Marmelade und den eingekochten Seehund. Beides war unheimlich lecker. Es wird sich immer so gut um uns gekümmert, verhungern werden wir hier nicht.

*Auf der Fähre zurück aus Nain(der Artikel folgt) im Norden Labradors lernen wir zwei wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni aus St. John’s kennen, welche im Bereich Fischfang tätig sind. Von ihnen erfahre ich, dass das Kabeljau Fischverbot nur den Nord-Osten Kanadas, sprich Neufundland & Labrador betraf, nicht aber den Süden Neufundlands. Die Fischer mussten sich dann auf den Fang anderer Fischarten umstellen, was natürlich nicht einfach war: Küsten-Fischfang anstatt auf weiter See, Heilbutt oder Krabben mit anderen Methoden als Netzen, Fallen anstatt Haken. Dies bedeutete durch schlechtere Fangmengen, die Suche nach neuen Arbeitsplätzen.

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L’Anses in Labrador https://inthenature.de/lanse-amour/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=lanse-amour https://inthenature.de/lanse-amour/#respond Mon, 27 Jul 2015 13:24:11 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=736 Wer hätte das gedacht, der Tag ist gekommen, wir verlassen Neufundlands Boden. Wir sitzen in der Fähre Richtung Labrador. Nach…

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Wer hätte das gedacht, der Tag ist gekommen, wir verlassen Neufundlands Boden. Wir sitzen in der Fähre Richtung Labrador. Nach einer wundervollen Reise auf der Insel, tollem Wetter, unglaublichen Menschen mit einer faszinierenden Geschichte und Kultur, sehnen wir uns nach neuen Abenteuern. Die einsamen Landschaften Labradors rufen. Die Vorfreude auf das Unbekannte am anderen Ufer ist groß.

Etwas übertölpelt vom regnerischem Wetter und Nebel kommen wir in Labrador an. Der Provinz, mit den unendlichen langen Stränden und vielleicht doch endlichen Holzvorräten.
Von den Wikingern wurde es als „Markland“, was so viel wie „Waldland“ bedeutet, bezeichnet.

L’Anse Amour
Mit 8 Einwohnern an der Strait of Belle Isle ist es eine kleine Ansiedlung.
Nach einem Stopp in der Touristeninformation, schlenderten wir etwas an der Küste entlang von L’Anse Amor. Es ist feucht, aber es gibt blubbernde Sümpfe. Und ein rund 7500 Jahre altes Grab.

Point Amour
Der Point Amour Leuchtturm steht hoch über den Limestone Klippen in der Nähe von L’Anse Amour. Mit seinen 33 m Höhe ist er, der höchste in Atlantic Canada und der zweit höchste im Land. Nach 132 Stufen und von oben kann man einen Blick auf den Atlantik werfen.

L’Anse-au-Loup
Wir durchfahren kleine Fischerorte und beschließen in einem Café auf der Main Street einen Computer-Stopp einzulegen um dem Regen zu entgehen. Was gibt es besseres als bei Regenwetter warmen Kakao zu trinken und Kuchen zu verputzen. 
Es gibt uns zusätzlich die Gelegenheit an unserem Blog zu arbeiten.
Es wird dunkel, Zeit unser Nachtlager aufzuschlagen. Wir finden einen ruhigen Parkplatz am Wasser im Wasser. Es regnet. Immerhin gibt es keine Moskitos. Es ist zu kalt

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Neufundlands & Labradors Küche https://inthenature.de/neufundlands-labradors-kueche/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=neufundlands-labradors-kueche https://inthenature.de/neufundlands-labradors-kueche/#respond Sun, 26 Jul 2015 02:54:46 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=544 Klar ist, dass es hier viel Fisch gibt – die Provinz Kanadas mit dem umfangreichsten Küstengebiet. Hier jedoch besonders, denn als das…

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Klar ist, dass es hier viel Fisch gibt – die Provinz Kanadas mit dem umfangreichsten Küstengebiet. Hier jedoch besonders, denn als das Land vor über 400 Jahren entdeckt wurde, bezeichnete man es nicht umsonst als das fischreichste Gebiet der Welt. Wir selbst konnten uns schon mehrfach davon überzeugen. Kaum ist der Haken im Wasser; etwas angezogen; Schwupps hat die Makrele oder Forelle angebissen – ohne Köder!! Genau so erleben wir es, vor kurzem bei einem Ausflug zum Kabeljau und Forelle fischen, aber dazu kommen wir noch.

Damals wie heute steht jedoch frischer Kabeljau (Cod oder in manchen Regionen einfach nur Fisch genannt) ganz oben auf dem Speiseplan. Früher, als es noch keine Kühlschränke gab, wurde der Fisch gesalzen und getrocknet. So war er haltbar für den Winter, gleichzeitig konnte er so um die Welt verschifft werden.

Von all den Köstlichkeiten, welche Neufundland und Labrador zu bieten hat, haben wir schon folgendes auf unserem Teller gehabt:

Lobster: Hummer;
Snow Crab: Schneekrabbe;
Muscheln;
Hummer oder Schneekrabbe für 20 Minuten in kochendes Wasser eintauchen, oder fertig dampfgegart vom Hafen kaufen. Gekocht und kühl gelagert schmeckt beides wunderbar 1–2 Tage später, z. B. zum Salat.

 

Haddock: Schellfisch, Familie der Dorsche;
Turbot: Steinbutt, ähnlich kleinem Heilbutt,
Cod: Kabeljau;
Heilbutt;
Makrele;
Hake: Hechtdorsch,
Süß-/Salzwasser Forelle,
Seelachs;
Salzen, nach Belieben mit etwas Pfeffer verfeinern und in Butter in der Pfanne scharf anbraten. Seelachs mit weiteren Gewürzen in Alu-Folie im Ofen für ca. 20 Minuten bei 180° backen.

 

Trout: Süß- und Salzwasser Forellen – ähnelt dem Seelachsfleisch;
Capelin: Kapelan, eine Art Lodde, vom Strand sammeln.
Von beiden Seiten in Mehl wälzen. Den Fisch in heißen Butter in der Pfanne schwimmen lassen von beiden Seiten goldbraun backen. – Yam!

 

Seehund eingekocht im Glas – fleischige, lange Fasern durchzogen von Fett (leichter Leber Geschmack), das hält warm im Winter.

 

Char gehört zur Familie der Saiblinge. Das Fleisch ist ähnlich dem Seelachs und Forelle.
Gesalzen und getrocknet oder in Blaubeer- und Birkensträuchern geräuchert – immer ein Genuss!

 

Und natürlich gehört Moose (Elch), manchmal auch Karibu, in allerlei Formen auf den Tisch.
Ob als Hackbraten, Steak, T-Bone-Steak, Würstchen oder Burger wird er von den Einheimischen gegessen. In Restaurants findet man Moose selten. Auch wenn Moose in der Jagdsaison von lizensierten Jägern geschossen werden darf – trotz herrschender Überpopulation, brauchen Restaurants eine spezielle Lizenz zum Verkauf dieser Wildtiere. Die Regierung fürchtet unkontrollierten Missbrauch bei Kommerzialisierung der Jagd.
Geschmacklich ähnelt es Rindfleisch, gleichzeitig ist es langfasriger, dunkler und zarter. Die Zubereitung ist demnach gleich: Scharf anbraten von beiden Seiten. Zitat einer Deutschen, die seit über 30 Jahre in Kanada lebt: „Wenn man einmal Moose probiert hat, fragt man sich wieso man Rind essen sollte.“
Wir hatten auf unserer Reise das Glück alle Formen von Moosefleisch zu probieren. Unser besonderer Dank geht dabei an Gale aus Port Union bei Bonavista für die großzügige Auswahl an Moose-Fleisch: 3x Steaks, 3x T-Bone Steak und ein Braten. Es war überaus lecker, besonders der Braten! Der ist uns zart gelungen. Genauso an Berry für die Apfel-Moose-Würstchen und Roberta für die saftigen Burger!

 

Neben allerlei Fisch & Fleisch zählt folgendes zum traditionellen Speiseplan:
Bohnen besonders weiße Bohnen mit Ahornsirup, auch bekannt als Baked Beans:

  • 4 Tassen trockene weiße Bohnen
  • 2/3 Tasse Zuckerrübensirup
  • 8 EL Dijon Senf
  • 8 EL Tomatenpaste
  • 4 Nelken
  • 3 Tassen heißes Wasser
  • 2 große Zwiebeln
  • Salz oder Sojasauce

Bohnen müssen über Nacht in Wasser ziehen. Am Morgen in einer Auflaufform mit Deckel vermengen. Nun 2 Stunden bei 280° im Ofen backen. Für weitere 6 Stunden bei 120° C weiter backen.
Rote Beete geriffelt, in Essigwasser eingelegt wie bei Oma; Karotten, Kraut und Kohl.
Speziell gehören jedoch zwei Gemüsearten zu den typischen Spezialitäten:
Turnip vergleichbar mit Spinat – eine Unterart der Mairübe.
Zweitens eine Form von Wurzelgemüse – Rutabaga: eine Mischung aus Sellerieknolle und Kohlrabi. Letzteres ist rund, Kohlkopf groß, die Schale verläuft von violett zu gelb, innen ist er gelb. Gebraten oder gekocht wird die Rübe leicht süßlich.

 

Heimisches ‚Fast Food‘:
Macaroni and Cheese with Baloney: Makkaroni und Käse mit gebratener Fleischwurst
Ihr könnt euch sicherlich denken wie das aussieht und schmeckt – genau – LECKER! 🙂 Die einzigen Unterschiede zu Europa wären – der Käse ist orange, die Fleischwurst ist dicker, dunkler und in eine andere Form gepresst.

 

Zu den traditionellen Mahlzeiten gehört „Jiggs Dinner“. Der Name kommt daher: Der Hauptcharakter einer Comic-Serie namens „Jiggs“ hat dies immer als Abendmahlzeit gegessen – eine Parodie auf den Neufundländer und dessen Hauptnahrungsmittel. Das Gericht beinhaltet: Pökelfleisch oder gesalzene Rippchen mit Kartoffeln, Karotten, Kohl und Steckrüben in einer Bratenform vermengen. Paniermehl, Rosinen, braunem Zucker, Zuckerrübensirup, Butter, Mehl, Nelken mit gelben Erbsen in einem Leinenbeutel zusammen mit dem Gemüse und Fleisch sowie Brühe kochen. Als Gewürze werden Senfgurken, eingelegte Rüben, Cranberry-Sauce, Butter und Bratenfett verwendet.

Das übrig gebliebenen Gemüse von einem Jiggs Abendessen wird am nächsten Tag oft in einen Topf gemischt, gebraten und als „Kraut Hash“ bezeichnet, serviert.

Bisher hatten wir aber leider noch keine Gelegenheit dieses Gericht nachzukochen – es steht aber ganz oben auf unserer To Do Liste!!

 

Süßes
Typisch sind natürlich Pies – typisch englisch. Meistens mit lokalen Beeren, aber dazu kommen wir noch später wenn die Beerensaison zu Gange ist. Hier dauert es etwas länger …
Für Pie:

Boden

  • 8 EL Butter, kalt
  • 1 1/3 Tasse + 4 EL Mehl
  • 1/4 TL Salz
  • 2 1/2 TL kaltes Wasser
  • 1 1/2 TL Apfelessig
  • 1/8 TL Backpulver

Füllung

  • 2 cups frische Partridgeberries
  • 1/2 Tassen brauner Zucker

Die Beeren mit dem Zucker in einem Topf aufkochen. Für den Boden die Zutaten vermischen. Die Hälfte des Teigs für den Boden verwenden. Den anderen Teil zum Bedecken der Füllung, die nun den Boden bedeckt, platzieren. Nun backe den Kuchen in einem vorgeheiztem Ofen für 25 Minuten bei 250° C. Eine goldene Kruste ist das Wunschergebnis.

Die Kekskultur fasziniert uns. Sie schmecken uns am liebsten frisch vom lokalen Bäcker gebacken. Meistens kaufen wir Haferflocken-Kekse mit Datteln oder Rosinen.
Genauso sieht man sehr häufig Zimtschnecken, unheimlich lecker! Wir versuchen uns ebenfalls an der Zubereitung von klebrigen Zimtschnecken:

Teig

  • 1 Tasse + 2 EL warmes Wasser
  • 2 ½ TL Trockenhefe
  • 4 ½ Tassen Mehl
  • 1/2 Tasse Zucker
  • 1/3 Tasse geschmolzene Magazine
  • 1 TL Salz

Füllung

  • 1/2 cup braunen Zucker
  • 1/4 Tasse Margarine
  • 2 EL Ahornsirup
  • 2 ½ TL Zimt
  • 1/4 Tasse Walnüsse
  • 1/4 Tasse Rosinen

Das warme Wasser mit der Hefe anrühren und für 10 Minuten ruhen lassen. Die restlichen Zutaten für den Teig zusammen mischen. Nun die Hefemischung beimengen. Das Teig-Gemisch für eine Stunde im warmen ruhen lassen. In der Zwischenzeit die Zutaten für die Füllung mischen. Den Teig in 1,5 cm dicke ausrollen. Mit der Füllung bestreichen, einrollen und in 2 cm dicke Stücke schneiden. Die Rollen auf Backpapier nebeneinander auslegen. Bei 200° C für 20 Minuten goldbraun backen. Süß und klebrig!

Traditionelle Tauntons: Das ist frittierter Hefeteig in Brötchen Form. Serviert wird dieser mit Ahornsirup zum Dippen.

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