Kajaken/Kanuen | in the nature https://inthenature.de Reiseblog + Wandern mit Hund + Ökologischen Fußabdruck reduzieren Tue, 16 Oct 2018 13:04:53 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.8.19 https://inthenature.de/wp-content/uploads/2018/07/cropped-180715_INTNA_LOGO_01_BLACK_TRANS-32x32.png Kajaken/Kanuen | in the nature https://inthenature.de 32 32 116258601 1000 km Küstenlandschaft https://inthenature.de/erkunde-1000-km-kuestenlandschaft-der-grossen-seeen/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=erkunde-1000-km-kuestenlandschaft-der-grossen-seeen https://inthenature.de/erkunde-1000-km-kuestenlandschaft-der-grossen-seeen/#respond Fri, 01 Jul 2016 18:24:41 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=4022 Nach 3 Wochen im Osten Ontarios, geht es mit großen Schritten westwärts und um die großen Seen Nord-Amerikas. Wir wollen…

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Nach 3 Wochen im Osten Ontarios, geht es mit großen Schritten westwärts und um die großen Seen Nord-Amerikas. Wir wollen die Küstenlandschaften des zweitgrößten Sees der Welt erkunden, mal eintauchen und ein paar Züge drin wagen. Außerdem steht Kanada Day vor der Tür, da wollen wir etwas Kanadisches erleben.

Also nehmen wir den Weg auf uns und erkunden. Entlang der Strecke verbringen wir noch zwei Tage auf der zweitgrößten Insel des Huron Sees, auf St. Joseph. Die kleinen Ortschaften der Insel bewegen uns zur Entschleunigung – absolut notwendig, nach 250 km volle Kraft voraus von unserem Startpunkt, der Widgawa Lodge Ferienwohnung. Der Blick von der Insel auf den Huron See ist entzückend und das Wasser einladend türkis. Interessante Sehenswürdigkeiten auf der Insel sind die Ruinen eines Verteidigungspostens der Briten aus dem 18. Jahrhundert, das Fort St. Joseph sowie Adcock’s wunderschönen englischen wilden Garten. Wir haben uns die Zeit genommen um Beides ausgiebig zu bewundern.

Die Ruinen sind Teil der Fort St. Joseph National Historic Site, bieten kleinere Wanderwege mit dem Rundweg um die Ruinen und im Informationszentrum mit Museum veranschaulicht ein Film das Leben zur Zeit der Anlage. Das Personal ist super drauf und verpasst uns Airbrush-Tattoos. Yeah, ich habe zwei Paddel auf dem Unterarm.
Das Fort war ein Verteidigungsposten der Briten (errichtet im Jahr 1797) um die Pelzhandel-Route vor den Amerikanern zu schützen, welche sich nur wenige Kilometer weiter südlich befanden. Nach Ausbruch des Krieges zwischen Amerika und Großbritannien 1812, eroberten die hier stationierten britischen Soldaten den nahelegenden Posten der Amerikaner und ließen St. Joseph schutzlos zurück. Zwei Jahre später nutzen die Amerikaner die Gelegenheit und brannten den Verteidigungsposten auf St. Joseph komplett nieder. Erst als Parks Kanada ein archäologisches Programm in Jahr 1964 startete, wurden die Ruinen nach zehnjähriger Arbeit komplett freigelegt und der Öffentlichkeit gezeigt.

Auf dem Weg zu, oder von den Ruinen sollte jeder Adcock’s wilden Garten bestaunen. Hier wandert man zwischen einem Mix aus natürlichen Wildblumen, verschieden duftenden Rosenbüschen, bezaubernden Gobelin und durch den „betrunkenen Wald“ bestehend aus Kiefern und Zedern, welche sich durch ihr Gewicht im weichen Untergrund krümmen, verbiegen, um sich wieder hoch zur Sonne aufzubäumen. Die Schönheit des Gartens wird zusätzlich in den Teichen reflektiert, welche geschmückt sind mit Wasserlilien und hungrige Schildkröten beherbergt.

 

50 km westwärts beginnt der Superior See, welcher in der Stadt Sault Ste. Marie über Stromschnellen und durch eine große Schleuse, die den Schiffsverkehr ermöglicht, in den Huron See fließt. Sowohl auf der kanadischen als auch auf der US-amerikanischen Seite gibt es große Schiffsschleusen, wobei die auf der US Seite größer sind und Tankern die Überfahrt erlauben.
Das Gelände auf der kanadischen Seite gehört zu der Sault Ste. Marie Canal National Historic Site und bietet neben einem winzigen Museum noch zwei Wanderwege um die Schleuse sowie über die natürlichen Stromschnellen. Ein Besuch lohnt sich für uns als Fahrpause.

Ab hier sind es noch 40 oder 80 Kilometer bis zu den strandreichen Provinzial Parks an der Küste des Superior Sees. Dazu zählt die Batchawana Bay und die Pancake Bay mit feinen Sandstränden und einigen Wanderwegen entlang der Küste. Allgemein gibt es entlang der Küste viele Strände an denen wir uns im Sand wälzen. Neben Batchawana Marine Park, eignet sich auch der Pancake Provincial Park für einen 3,5 km langen Strandspaziergang, eine 14 km lange Fahrradtour, Boots- und Kanu-Touren auf dem hellblauem Wasser. Ab August, wenn das Wasser wärmer ist, sogar für einen gemütlichen Badeausflug.

 

Jedoch wollen wir länger wandern, um die unterschiedlichen Felsformationen an der Küste zu bestaunen, deswegen fahren wir zum großen Lake Superior Provincial Park. Der Park bietet neben dem 65 km langem Küstenwanderweg ebenfalls einige kürzere Wanderwege in unterschiedlichen Vegetationen.
Wir wollen auf den 65 km langen Coastal Trail entlang der Küste des Lake Superior, der mit seiner Größe und dem Wellengang nichts von einem Tümpel zuhause hat. Wir wandern zu Aussichtspunkten, klettern Klippen hoch, krakseln über Stein-, Sandstrände und übernachten im Zelt bei Wellenrauschen. Wer den kompletten Küstenwanderweg gehen möchte, sollte mindestens 5 Tage einplanen.

Küstenwanderweg: Wer die Schönheit des Wegs erleben will, jedoch nur zwei Tage entlang der schroffen Küste eine Teilstrecke wandern möchte, hier unsere Empfehlung:
Das Auto am Parkplatz des Sinclair Cove Wanderwegs parken und mit dem Fahrrad bis zur Brücke Coldwater fahren. Dauer: 1, 5 Stunden. Hier ist einer der wenigen Einstiege zum Küstenwanderweg. Von dort geht es südlich-ödtlich bis zum Zeltplatz Kathrin Cove (12 km). Ein unvergesslicher Ort auf einer vorgelagerten Halbinsel, umringt vom blauen Wasser des Superior Sees.
Am nächsten Tag geht’s 15 km über unterschiedlichen Untergrund zurück zum Auto. Die Strecke sollte man nicht unterschätzen, da viele Abschnitte über Felsen oder Wackersteine verlaufen und das Vorankommen etwas langsamer vorangeht. Besonders wenn es regnet, wird der Weg rutschig. So bleibt viel Zeit, die Landschaft auf sich wirken zu lassen.
Belohnt werden wir auf der Strecke mit abwechslungsreichen Küstenlandschaften und einen unendlichen Blick auf den See. Dabei ändert sich Vegetation wie folgt: Feine Sandstrände, Kieselstein Strände, Strände mit abgeschliffen Rundsteinen, Klippen, Felsen und kleinere Waldabschnitte.

Ein Muss ist der Halt bei den Agawa Rock Pictographs! Die indianischen Zeichnungen sind am Ende eines 0,5 km kurzen Wanderwegs an Felswänden kurz oberhalb der Wasserline aufgetragen. Das Alter der Zeichnungen wird auf 150–400 Jahre geschätzt und wurde von den Ojibwe Ureinwohnern gezeichnet. Die dargestellten Figuren, die mit einer Mixtur aus Roteisenerz von dem Schamanen Myeengun aufgetragen wurden, zeigen Kanus, Bieber, Graureiher, Adler, Bären, Schildkröten sowie andere mystische Figuren wie den großen Wasserlux, der als Beschützer des Kupfers gilt. Denn genau diesen galt es in dieser Zeit vor den europäischen Minenarbeitern, welche sich am Superior See ausbreiteten, zu beschützen.

Ojibwe: Sind eine (regionale) Gruppierung der Anishinabe, die wiederum eines der größten Indianervölker Nordamerikas sind. Die Anishinabe teilen sich in verschiedene Gruppierungen (Algonkin, Nipissing, Mississauga, Potawatomi, Odawa, Oji-Cree, Saulteaux und die Ojibwa) und siedelten sich entlang der Großen Seen Nordamerikas an. Die Ojibwe selbst sind die zweitgrößte Gruppierung, hinter den Cree, und sind bekannt für ihre Birkenrind-Kanus, Wildreis Kultivierung, dem Handel mit Kupfer und einer sehr friedlichen Lebensweise. Mit dem Einzug der Europäer zogen die Ojibwe von Quebec, immer weiter Richtung Westen zu den Großen Seen und später bis nach Zentral-Kanada.

Zudem ist der 8 km lange Wanderweg um den Orphan Lake mit Aussichtspunkten über den See Superior, auf die Leech und Lazard Islands und auf der nördlichen Seite den Baldhead Mountain ein gelungener Pfad. An dem Steinstrand vorbei, kommen wir zu einem kleinen Wasserfall bevor es durch den Wald zum Parkplatz geht.

 

In Wawa sind die Menschen verrückt nach riesigen Canada Goose Abbildungen. Spontan beim Durchfahren sichten wir vier gigantische Statuen. Die Gemeinde brüstet sich damit die Größte zu haben. Hier lässt sich spenden zum Bau eines noch größeren Monuments.

Weitere eindrücken der rauen Küste und der Boreal Grenzlandschaft bietet der Pukaskwa National Park. Das unglaublich nette Personal, die abwechslungsreichen Wanderwege und der bezaubernd süße Duft der Rosen, welcher Ende Juni in der Luft liegt, sollten jeden überzeugen hier ein paar Tage Zeit zu verbringen.
Zwei Wanderungen, die wir ins Herz geschlossen haben:
1) Southern Headland Trail: Der 2 Stunden Rundweg zeigt all das, was die schroffe Küste zu bieten hat: Schwarze Lava Felsen, weite Aussichten auf den See, Sandstrand mit Treibholz und Schilf-Landschaften.

2) Coastal Trail: Der 60 km lange Küstenwanderweg, wovon es ausreicht nur die Hälfte abzuwandern um die verschiedenen Landschaften zu genießen, bietet die Möglichkeit 2–6 Tage lange Wanderung zu unternehmen. Weit abseits der Zivilisation verbringen wir die Zeit inmitten von ruhigen Wäldern, reißenden Flüssen, gigantischen Wasserfällen sowie der schroffen Küstenlinie des Superior Sees.
Eine mögliche Variante den Wanderweg abzulaufen ist folgende:
Erster Tag, 8 km zum White River Zeltplatz. Zweiter Tag, 14 km zum Morrison Harbour Zeltplatz – Lager aufbauen. Dritter Tag, Tagesausflug zur Oiseau Bay (16 km hin und zurück zum Lager). Vierter Tag, zurück zum Auto (22 km).
Alternativ: Erster Tag, 16 km Wanderung zu den Chigamiwinigum Wasserfällen und Übernachten am Fluss Willow. Zweiter Tag, zurück zum Auto, oder 8 km weiter zum Zeltplatz Fisherman Harbour, Lager aufbauen und rasten. Dritter Tag, Tagesausflug zum Fisherman’s Cove und wieder zurück zum Lager. Vierter Tag zurück zum Auto (25 km).
Höhepunkte sind neben den zwei Wasserfälle entlang des Weges, eine lange Hängebrücke, die 23 Meter über dem reißenden White River baumelt, abwechslungsreiche Vegetation und Ruhe.

Als wir dort sind, ist Canada Day und alle Kanus sowie die Stand-Up Paddle Boards sind umsonst und stehen uns zur Verfügung für das gesamte Wochenende. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und paddeln nachdem wir ein riesiges Stück sahnige Kanadatorte verdrückt haben. Danke Pukaskwa Park! Canada Day in einem Park zu verbringen ist eine super Idee, denn die Parks stellen ein Programm für das gesamte Wochenende auf die Beine. Uns gefällt’s, wir kanuen, besichtigen die Tour zum Bau von Longhouses aus Birkenrinde, paddeln in der Bucht, wandern und hängen am Strand rum.
Tipp: Wer hier durchfährt sollte in Pic-River auftanken, hier gibt es den günstigsten Sprit in der Region!

 

Weiter westwärts empfehlen wir außerdem einen Ausflug zum Neys Provinzial Park, welcher den interessanten Wanderweg Point Trail mit Schautafeln zur Entstehung der Gesteine bereit hält. Dauer: 1–4 Stunden, je nach Interesse an der Geschichte und der Umgebung. Hier haben Lava, Gletscher und Gezeiten ihre einzigartigen Spuren im Felsen hinterlassen, die es zu erkunden gibt.

Alternativ haben wir 50 km weiter Richtung Westen einen zweiten ausgeschilderten Küstenwanderweg entdeckt, als wir einen Canyon mit Wasserfall besuchen, der nicht zum Park gehört, und somit kostenlosen Zeltplätze entlang der Küste bereit hält, der Voyager Trail. Er startet bei den Aguasabon Falls, die 30 m in die Tiefe stürzen um sich anschließend durch den Canyon zuwinden.

Wir fahren weiter Richtung Thunderbay und dem Sleeping Giant, der See ist einfach zu groß für nur einen Artikel.

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Kanutour im Herzen Kanadas https://inthenature.de/kanutour-im-herzen-kanadas/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=kanutour-im-herzen-kanadas https://inthenature.de/kanutour-im-herzen-kanadas/#comments Sat, 25 Jun 2016 05:54:05 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=3020 Am Dienstagabend geht es rund! Wie lernt man etwas über die kanadische Lebensweise, erlebt einen fantastischen Kanu-Ausflug in die Wildnis und findet nebenher Arbeit? Dank…

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Am Dienstagabend geht es rund! Wie lernt man etwas über die kanadische Lebensweise, erlebt einen fantastischen Kanu-Ausflug in die Wildnis und findet nebenher Arbeit?

Dank der Facebook Gruppe Work and Travel Kanada! Mit dem Beitrag zu einem Gesuch von Arbeitern auf einem Campingplatz mit Ferienwohnungen, der Widgawa Lodge & Outfitter, kamen wir zu einer außergewöhnlichen Kanuerfahrung.
Die Widgawa Lodge ist der Kanu-Kajak-Ausstatter am Zugang der Westseite des Killarney Provincial Parks, welcher selbst an der Nordspitze des Huronsees liegt. Dieser Park ist einer der bekanntesten in der Region, wenn nicht in ganz Kanada. Einerseits durch die einmalige Schönheit der Natur sowie der großen Dichte an Seen, Kanurouten und Wanderwegen. Andererseits, da die bekanntesten Künstler Kanadas, besser bekannt als die Gruppe aus 7, hier ihrer Gemälde fertigten. Sie haben den Schutz der einmaligen Region initiiert und somit die Gründung des Parks gefördert.
Die Landschaft ist durchzogen von Flüssen, Seen sowie weißen, abgerundeten Quarzithügeln, der La Cloche Gebirgskette. Diese weißen Bergkuppen und Klippen stehen im direkten Kontrast zu den eingebetteten blauen Seen und grünen Kiefernwälder. Traumhaft! Ein idealer Ort um Kanu zu fahren. Perfekt, dachten wir uns, als wir hörten, das als Arbeitsausgleich neben Verpflegung und Logis die Nutzung der Kanus möglich ist – ok, bei Verpflegung hatten sie mich schon 🙂

Widgawa Lodge & Outfitter
Nach unserer Job-Anfrage via Facebook bei Joshua und Conni, den Besitzern der Widgawa Lodge, ging alles sehr schnell und unkompliziert: „Klar, kommt vorbei wenn ihr in der Gegend seid“ hieß es in der Antwort E-Mail. Gesagt, getan! Vor allem im Frühjahr sind die zwei immer auf der Suche nach Helfern. Unsere Aufgabe klang simpel: Die Dächer der zwei Außentoiletten müssen erneuert, sowie gestrichen werden. Nach einer anfänglich geplanten Dauer von 2–3 Tagen, hat es doch 5 gedauert. Erfahrungen mit Dach Schindeln hatte ich noch keine, aber kann ja nicht schaden für zukünftige Hausbau Projekte.

Angekommen, bekommen wir eine 3 Zimmer Hütte mit Küche und Bad zur Verfügung gestellt. Purer Luxus für uns. Die Beine lang machen, am Tisch sitzen zum Essen und es gibt eine Dusche. Promt werden wir zum Lagerfeuer eingeladen – das ist Tradition und wird an fast jedem Abend gepflegt. Die Gitarre wird ausgepackt und schon sitzen Bruce Springsteen, R.E.M., The Grateful Dead, … mit am Lagerfeuer sowie die Gäste und Mitarbeiter. Conni und Joshua sind großartig! Sie machen den Besuch im Park für alle zu einem Erlebnis. Wir können jedem nur Empfehlen hier vorbeizukommen, um den Park per Kanu zu erkunden.

Genauso sind beide als Arbeitgeber spitze und richtig entspannt:„Macht das es gut Aussieht“ war die Devise. Ein paar Tipps und eine kurze Einweisung wie man Schindeln aufs Dach legt, und dann überließen Sie es uns, wie wir die Arbeit abschließen. Das Wetter ist traumhaft heiß. Martin und ich arbeiten gerne an den Toilettchen: messen, sägen, Nägel ziehen, hämmern, streichen, uns mit dem Wasserschlauch nassspritzen…

An ein paar Nachmittag fahren wir mit dem Boot in den Provincial Park. Wir haben Grillzeugs dabei für Abendessen und ein Grill ist an Board. Die zwei verstehen wie man Mitarbeiter und Gäste verwöhnt. Toll, das zur gleichen Zeit ein weiteres deutsches Work and Travel Paar hier ist. Sebastian und Janina haben ihre Tour durch Kanada vor ein paar Wochen gestartet. Gerne teilen wir unsere Erfahrungen von der Ostküste mit ihnen und überließen ihnen die dokumentierte Neufundland-Karte – auch wenn wir uns von ihr nur schweren Herzens trennen konnten.

 

Killarney Provincial Park
Es geht für drei Tage in den Park. Wir wählten einen favorisierten 32 km Rundweg zum Nellie See. Dieser führt über sechs Seen, einen Flusslauf, einen Biber Damm und fünf Tragepassagen. Randnotiz: Lange haben wir über ein häufige dargestelltes Bild in Kanada gerätselt, bei dem ein Mensch sein Kanu auf dem Kopf trägt, jetzt wissen wir, was damit gemeint ist, eine Kanu-Tragepassage (Englisch: Portage). Da fühlt man sich 300 Jahre zurück versetzt, in die Zeit der Pelzhändler, welche ihre Waren in die großen Städte wie Montreal transportierten mussten. Einen anderen Weg gab es nicht!

Für den ersten Tag haben wir uns die 15 km lange Paddelstrecke mit drei Tragepassagen vorgenommen. Es geht los von der Widgawa Lodge am Charlton Lake. Der Weg führt vorbei an weißen Hügeln und Kiefernwäldern, Holzhütten am Seeufer und über einen riesigen Biberdamm in den Howry Flusslauf, Richtung Murray See. Übersät mit Wasserlilien und Seerosen, bahnen wir unseren Weg entlang der Einfuhrschneise zu ersten großen Tragepassage. Um zum Nellie See zu gelangen, muss man jedoch erstmal etwas wandern. Mit dem Kanu auf den Schultern geht es 1.5 km und 230 Höhenmeter durch den Wald. Tatjana trägt einen Rucksack vorne, einen hinten und die Paddel, ich nur das 24 kg schwere Kanu auf den Schultern.

Nach insgesamt 8 Stunden kommen wir am Ziel an und werden von einem glasklaren, türkisblauen See überrascht. 20 bis 30 Meter kann man hier bis zum Grund schauen. Einzigartig, und nicht natürlichen Ursprungs. Denn als hier in den 50iger Jahre die Luft durch die Erzmine verpestet wurde, tötete der resultierende saure Regen bis heute alles Leben im See, und kreierte diese Schönheit.
Die Erzmiene wurden mittlerweile geschlossen und die Schornsteine der neuen Fabrik höher gebaut, sodass die Abgase weiter hinausgeschleudert werden. Den Säuregehalt im See kann man jedoch heute noch messen. Zum Schwimmen ist es völlig in Ordnung, zum Trinken scheinbar auch – die Meinungen teilen sich da. Wir ziehen es vor das Wasser zu filtern.
Es ist ruhig auf dem See. Weit ab der Zivilisation. Nur 3 Zeltplätze gibt es am Nellie See, welche alle schon im Voraus reserviert werden müssen und auch schnell ausgebucht sind. Damit wird die Anzahl der Leute limitiert, und die Natur geschont.

Wir hatten das Glück Larry, der von hier seinen alljährlichen, einwöchigen Kanu-Camping-Trip startet, in der Widgawa Lodge kennenzulernen. Er war so nett und hat uns angeboten seinen Zeltplatz mit uns zu teilen. Diese Einladung haben wir angenommen. Cool!

 

Am zweiten Tag erkunden wir mit dem Kanu den 7km langen Nellie Lake, erklimmen eine schroffe Granitklippe und gehen in dem türkisen Wasser schwimmen. Uns begegnen Loons und sogar zwei Biber. Larry meint, das sieht er zum erstmal seit Jahren. Die Natur erkämpft sich ihren Lebensraum zurück. Jeder der hierher kommt, sollte mindestens einen Ruhetag einplanen, es ist traumhaft.

 

Am dritten Tag geht es früh morgens zurück. Es warten zwei Tragepassagen mit 2 km und 1,7 km Länge, sowie eine Paddelstrecke von etwa 17 km auf uns.
Dieses mal sind wir jedoch richtig schnell und schaffen die komplette Route in 5 Stunden. Das Paddeln und steuern haben wir perfektioniert. Bei den Tragepassagen werden wir durch die unermüdlichen Stechmücken angetrieben. Ihnen ausgeliefert marschieren wir, mit dem Kanu auf den Schultern, durch den Wald. Zuerst zum Grace Lake, anschließend zum Frood Lake. Nur kurz machen wir einmal halt, als wir ein Moose mitten auf unserem Pfad antreffen. Wer weicht hier wem aus? Deutlich zu erkennen, dass die Verwunderung auf beiden Seiten herrscht und keiner sich vor oder zurück wagt. Motiviert durch die lästigen Stechmücken und dem 24 kg schweren Kanu auf den Schultern, ergreifen wir die Initiative und passieren das Moose seitlich durch den Wald. Sichtlich erleichtert verschwindet das Moose in die andere Richtung.
Trotzdem bleibt genug Zeit für Fotos. Ein Muss ist der Morgen auf dem Grace Lake. Die Spiegelungen der kleinen Inseln und Felsen verwandeln die Landschaft in ein buntes Kaleidoskop.

Ein absolutes Highlight der Reise!
Danke Conni, Joshua und Larry!

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Muskoka https://inthenature.de/muskoka/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=muskoka https://inthenature.de/muskoka/#respond Wed, 08 Jun 2016 22:20:18 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=2947 Zwischen Ottawa und der Georgia Bay entlang der Ostseite des See Huron, zeigt Ontarios Süden Kanadas typische Mischwald Landschaft: reich an Seen und…

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Zwischen Ottawa und der Georgia Bay entlang der Ostseite des See Huron, zeigt Ontarios Süden Kanadas typische Mischwald Landschaft: reich an Seen und dichten Ahornwäldern.
Westwärts vom Algonquin Park erreichen wir die idyllische Region Muskoka, ein Rückzugsort für Großstädter aus Toronto und zurecht Cottage Country, das Hüttenland oder als die Sommerhaus-Gegend, bekannt ist. Der weißlich-graue Granit, der aus dem Wasser in die Landschaft ragt, die dichten Ahornwäldern und das kilometerweite Weideland, prägen das Landschaftsbild Muskokas.
Die Region Muskoska wird einzigartig durch ihren Wasserreichtum. Mit den 1.600 Seen, eingeschlossen durch grüne Wälder und geschmückt durch zusätzliche 333 Inseln, ist es ein malerischer Rückzugsort.

Sehenswerte Ortschaften
Es gibt zahlreiche kleine Ortschaften die zu einem Besuch der wöchentlichen Bauernmärkte, einem kleinen Stadtbummel sowie zum Erkunden der Geschichte auf den Seen einladen – oh ja, und jedes Dörfchen präsentiert sich in seinem Community Museum.
Unser Tipp: In Bracebridge, die James Street zum Fluss entlang spazieren mit Aussicht auf die Bracebridge Falls, ist ein gelungener Nachmittag. Genauso der Spaziergang am Hafen von Gravenhurst mit einer Dampfschifffahrt über die Muskoka Flüsse. Der Bauernmarkt in Gravenhorst ist übrigens mittwochs und in Bracebridge freitags.
Nahe dem Algonquin Park entdecken wir zudem einige Dörfer, welche zu den ersten polnischen Siedlungen in Kanada zählen. Erstaunlich viele Polen gibt es in dieser Region. Das zeigte sich später auch im Supermarkt, es gibt 5 Sorten Pierogi für $2!! Da wird zugegriffen 😉 

Wasseraktivitäten
So herrlich die Landschaft ist, so beliebt ist sie. Kaum ein Platz an den Seen und Flüssen ist unbesiedelt. Haus an Haus reihen sich die Grundstücke an dem Wasser. Ein ungewohntes Bild in Kanada mit einer Bevölkerungsdichte von 3,5 Einwohnern pro km². Im Gegensatz zu Deutschland mit 226,5 Einwohnern pro km². Umso schwieriger wird es für uns ein Parkplatz, Schlafplatz oder Picknickplatz zu finden. Anstrengend für uns, denn eben mal am See parken und übernachten wird eine Sache des Unmöglichen, aber durchaus verständlich, wer möchte hier nicht ein Haus am Wasser haben!

Wer hier etwas die Augen offen hält, findet aber sein Plätzchen zum Parken, Sonnenbaden oder Übernachten. Sonne scheint und wir genießen bei einer leichten Brise alle Momente an den noch verbliebenen öffentlichen Zugängen zum Wasser. Die Tage sind warm, doch das Wasser ist Anfang Juni für uns noch etwas zuuu kalt. Aber spätestens Ende Juni darf eingetaucht werden. Und dann bitte im Six Mile Provincial Park, die Strände und das klare Wasser sahen so einladend aus.

Das Bild welches diese Region in unseren Köpfen hinterlässt, wird nicht zuletzt auch eines mit vielen Stegen, die am See oder Fluss mit Freizeit-Equipment wie einem Boot, Kanus und Liegestühlen, Lust machen auf Wasser-Erkundungstouren: Wasserfall-Kanu-Tour oder einfach irgendwo in den Muskoka Fluss rein.

Betrachtet man die Geschichte Ontarios wird klar wieso die Menschen hier das Wasser und ihr Kanu lieben. Denn ab dem 17. Jahrhundert, als der Pelzhandel immer lukrativer wurde, gründete sich nach der Hudson Bay Company, 1670, eine zweite Organisation, die North West Company, 1783, welche per Kanu die Wasserstraßen von Montreal bis an die Westküste erschloss. Dazu aber in einem späteren Artikel mehr.

Wasserfälle
In der ruhigen Urlaubs-Nebensaison erkunden wir die Region zu Fuß und mit dem Fahrrad, zu den lokalen Wasserfällen, den Seen und entlang der Flüsse. Und Wasserfälle gibt es hier viele, besonders um Bracebridge herum. Die kleine Tour lohnt sich! Entweder mit dem Fahrrad oder im Auto, denn die meisten sind von der Hauptstraße direkt erreichbar. Unsere Favoriten sind in der Muskoka Region die High Falls in Bracebridge und die riesigen Muskoka Falls.
Wie wir im Laufe unserer Reise feststellen werden, gibt es in Ontario 400 Wasserfälle – wir haben nicht alle geschafft zu sehen. Hier zwei hilfreiche Webseite: gowaterfalling.com & waterfallsofontario.com 🙂

 

 

Wanderwege
Was bleibt noch in unseren Köpfen als Erinnerung? Was in Quebec noch das Eichhörnchen war, ist in Ontario definitiv das Streifenhörnchen und die Ringneck Schlange. Überall im Wald finden sich beide Kreaturen, ungefährlich und schreckhaft. Es soll weit aus mehr Schlangen geben, gesehen haben wir jedoch sonst nur eine Wasserschlange. Aaahhh ja, und Bären laufen hier auch gern mal über die Straßen. Bisher haben wir in Ontario 2 große und 2 kleine gezählt.

Ein Ausflug zum Georgian Bay Island National Park ist ein Highlight der Region. Der Park besteht 63 Inseln, die nur mit dem Boot erreichbar sind. Der DayTripper legt ab von 2611 Honey Harbour road, Honey Harbour.

Ereignisreich war es hier! Unser Auto hat bis hier hin über 20.000 km fast sorgenfrei zurückgelegt. In Gaspe (Quebec) mussten wir nach einer Bergetappe den Thermostat austauschen – wieder viel über den Flüssigkeitskreislauf im Auto gelernt. Dann musste nach 15.000 km das Getriebeöl sowie mit einem passionierten Mechaniker in seiner Hinterhof-Garage die Bremsbeläge und -scheiben wechselten sowie die Kolben grundgereinigt werden. Und jetzt, durch einen Nagel im Reifen, durften wir eine Testfahrt mit dem Ersatzrad machen. Reifenschaden – irreparabel :/

Glücklicherweise hilft uns ein Anwohner einen günstigen Ersatz-Winterreifen im 30 km entfernten Gravenhurst aufzutreiben. DANKE! Für „nur“ 100$ wird uns ein neuer Reifen auf die Felge gezogen und die Reise kann weiter gehen. JA, richtig gelesen, Winterreifen. Die haben wir beschlossen runter zu fahren …

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Algonquin Provincial Park https://inthenature.de/algonquin-provincial-park/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=algonquin-provincial-park https://inthenature.de/algonquin-provincial-park/#respond Tue, 07 Jun 2016 01:40:50 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=2905 Ab Mitte/Ende Mai wird es warm in den südlichen Provinzen wie Ontario. Es markiert ebenso den Startpunkt der Schwarzfliegen und Stechmücken Saison…

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Ab Mitte/Ende Mai wird es warm in den südlichen Provinzen wie Ontario. Es markiert ebenso den Startpunkt der Schwarzfliegen und Stechmücken Saison – diese BIESTER. Nach dem Winter ruft uns der Sommer in die Natur und treibt unsere Reise Anfang Juni westwärts, in die Provinz Ontario!

Wir durchfahren und durchwandern wir den ältesten Nationalpark Kanadas, den Algonquin Provincial Park. Im Jahre 1893 gegründet, mit der Größe 1/4 Belgiens, ist es ein idealer Park zum Wandern und besonders zum Kanu fahren. Kein Wunder bei 2,400 Seen und 1,200 Fluss-Kilometern, die während der Gletscherschmelze entstanden sind, ist viel Platz zum Paddeln.

Über den Highway 60, der mitten durch den Park führt, erreicht man fast alle Wanderwege oder Kanu-Einstiege. Nur einige wenige mehr Tages Wander-Routen sind nur über die Randgebiete des Parks zu erreichen.
Die meisten Wanderwege im Park sind mit 2–5 km kurz und mehr oder weniger abwechslungsreich. Die Szenerie besteht aus einem Mischwald mit einer Überzahl an Ahornbäumen, Seen oder Felsvorhängen. Zu empfehlen sind definitiv die Aussichtspunkte Lookout Trail (1,9 km) und Hardwood Lookout Trail (0,8 km) mit Erklärungen zur Vegetation. Als halbtags Wanderung empfehlen wir den Centennial Ridges Trail (10 km) Wanderweg, der ein halbes Dutzend herrlicher Aussichtspunkte von Felsklippen auf die grünen Weiten des Parks bietet.
Für eine kurze Wanderung ist der Beaver Pont Trail (2 km) eine gute Möglichkeit Biberdämme und auch ein paar fleißige Biber bei der Arbeit zu sichten.
Ein Muss ist der Kurze, aber überaus informative Wanderweg Logging Museum (1,3 km), welcher in einer Zeitreise die Geschichte der Holzfäller in dieser Region interaktiv darbietet. Zu bestaunen sind Holzhütten-Unterkünfte, eingesetzte Sägen, Transportschlitten und weitere Fahrzeuge, sowie eine Darstellung wie das Holz über die Flüsse und Seen zu den großen Verarbeitungsfabriken transportiert wurde.
Interessant ist genauso der Track and Tower Trail (7.7 km) mit Aussicht auf den Cache Lake sowie der Mizzy Lake Trail (11 km), der um neun Seen führt.

 

 

 

 

 

 


Kanus ausleihen und 1–5 Tage paddeln. Die Wasserwege sind gut vernetzt und bieten die Möglichkeit sich leise an die Tierwelt heranzupirschen. Algonquin Bound Outfitters und Algonquin Outfitters stattet mit Equipment und Erfahrung aus.
Wer als Reisezeit den Juni wählt, sollte definitiv Anti-Mückenspray einpacken. Am Besten eignet sich jedoch ein Netzoberteil, das spart ständiges einnebeln mit Giftstoffen. Im Juni sind nachts Moskitos und tagsüber Schwarzfliegen aktiv somit ist man unter Dauerbelagerung.

Bei der Größe des Parks sollte der Aufenthalt gut vorbereitet werden. Die Übernachtungen in dem Provincial Park kosten 40$ pro Stellplatz. Für einen längeren Aufenthalt in Ontario lohnt sich der Saison-Pass. Dieser kostet zwar 125$, gilt aber pro Auto für die Tagesnutzung in allen 330 Parks und lohnt sich ab dem 8 Park Besuch. Damit kommen wir nicht nur zu vielen Stränden, Seen oder Wanderwegen, sondern zu warmen Duschen und Waschmaschinen :)
Spartipp: Der Zugang mit dem Fahrrad oder zu Fuß ist in die Parks übrigens kostenlos! Alternativ kann für ca. 10$ ein Zeltplatz auf einem der mehrtägigen Wanderwege gebucht werden.

 

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Goose Bay https://inthenature.de/goose-bay/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=goose-bay https://inthenature.de/goose-bay/#respond Wed, 12 Aug 2015 01:02:46 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=1021 Sonne, wie sehr haben wir dich vermisst! Nach unserer Ankunft von der Fähre erleben wir sonnige Tage – über 20°. Wir brauchen eine…

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Sonne, wie sehr haben wir dich vermisst!
Nach unserer Ankunft von der Fähre erleben wir sonnige Tage – über 20°. Wir brauchen eine Abkühlung. Rauf aufs Wasser! Wir können uns die Kanus unserer Nachbarn ausleihen, jippii! So reisen wir mit unserem Kanu auf einem Seitenarm des Ozeans. Wir paddeln Richtung Goose River. Eine Sandbank erwartet uns am Ende. Hier ziehen wir das Kanu an Land, machen uns lang und verspeisen unser Erdnussbutter-Tomaten-Eisbergsalat-Sandwich. Wieder ins Kanu eingestiegen, geht es Richtung Ozean-Mündung zum Delta – mit der Strömung und ab nach Hause. Für heute erstmal genug. Abends können wir interneten 😉
Seit langem arbeiten wir nicht nur am Blog. Tatjana muss ihre Arbeit für einen Wettbewerb vorbereiten und Martin an einem seiner wissenschaftlichen Arbeit werkeln. Erfrischend zur Abwechslung – wer hätte das gedacht.

 

Der nächste Tag beginnt mit der Frage unserer Nachbarn ob wir uns mit Elektrizität auskennen. Ähm, Internet macht alles möglich…! So machen wir uns ans Heimwerken und montieren ein paar neue Außenlampen. Nach dem ersten ungekonnten Test, geht der Rest wie von allein. Leitungen verlegen – check, Lampengehäuse verkabeln – check, Lampen reindrehen – check!
Anschließend geht es zum Strand des Goose-Flusses. Das Wasser ist noch eiskalt. Wir genießen die Sonne auf unserer Haut. Es wird heiß, den Nachmittag verbringen wir am Rechner und im Schatten. Dieses ungewohnte Ding, die Sonne überfordert uns. Vor dem Abendessen geht es auf eine Fahrrad-Tour; zum Bunchberry sammeln!
Der Abend endet entspannt bei unseren Nachbarn, Jim und Roberta, mit gegrillten Moose- und Kindneybohnen-Burgern.

 

Ein weiterer Tag Sonne, dass muss ausgenutzt werden. So richtig losfahren können wir anscheinend noch nicht. Mit der Bitte der Nachbarn den Motor des kleinen Boots nach dem Winter wieder zu bewegen, geht es Mittags eine Runde aufs Wasser 😉
Der Tag ist noch jung und wir entscheiden uns mit dem Fahrrad einen Ausflug in den nächsten Ort zu machen. Dabei wollen wir gebackene Kekse bei Chad vorbeibringen. Ein Dankeschön für die getrockneten, geräucherten und frischen Fische, die wir auf der Fähre von ihnen bekommen haben.

 

Der Tag endet mit einem Gewitter und am nächsten Tag geht es für uns weiter auf der langen Strecke in Richtung Quebec!

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Wonderstrand https://inthenature.de/wanderstrand/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=wanderstrand https://inthenature.de/wanderstrand/#respond Fri, 31 Jul 2015 14:01:42 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=745 Cartwright Unser zweiter Zwischenstopp auf dem Highway 510: Cartwright, ein Fischer- und Handels-Außenposten sowie ein ehemals amerikanischer Radarstützpunkt in Zeiten des…

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Cartwright
Unser zweiter Zwischenstopp auf dem Highway 510: Cartwright, ein Fischer- und Handels-Außenposten sowie ein ehemals amerikanischer Radarstützpunkt in Zeiten des kalten Krieges. Es ist erst seit kurzem an das Straßennetz per Schotterstraße angeschlossen. Die einstige Hauptfährverkehrsstadt auf dem Wasser, ist nun mit dem Haupt-Highway durch die 90 km lange Straße, die es zu bezwingen gilt, verbunden.

 

Hier geht es mit dem Kajak zu den Wonderstrands. So haben die Wikinger die 56 km lange Sandstrandküste genannt. Vom Kajakverleih nur neun Seemeilen entfernt. Wir paddeln schnurstracks über den ruhigen Ozean.
Beeindruckt von den unendlichen Weiten wandern wir eine Weile am Strand entlang. Sonnenschein, Strand, Meer und eine beißende Pferdefliege. Trotz Sonnenschein ist vorerst nicht an Entspannung zu denken. Diese Pferdefliege verfolgt uns unaufhörlich: grrr! Wir müssen weiter wandern – wir sehen viel vom Strand. Es ist idyllisch. Wir genießen die Einsamkeit.
Auf dem Rückweg beginnt die Flut und wir bekommen immer mehr Gegenwind. Auf halben Weg kommen wir zu einer Flussmündung und die Wellen werden hoch. Die Arme werden müder.
Pu, es wird haarig und Tatjana ist gar nicht glücklich vorne zu sitzen. Die Wellen versenken die Spitze des Kajaks. Tatjana bekommt Angst und will umdrehen. Das Lenkpedal von mir gibt auf. Wir müssen uns mit den Paddeln durch die Wellen navigieren
Doch da ist ein Boot. Tatjana ist fixiert auf die Wellen. Ich winke das Boot heran. Es ist das Paar von „Experience Labrador“, Pete und Georg, unserem Kajakverleih. Wir sind gerettet!
Glücklicherweise waren sie auf dem Weg um uns einzusammeln. Pete hat einen siebten Sinn. Sie kennt das Wetter und die Wellen hier. Als der Wind drehte beschließen die Zwei nach uns zuschauen.
An demselben Tag wurde diese Region zum Nationalpark ausgerufen. Wir waren die ersten turbulenten Besucher 😉 Es ist offiziell Martin Stopczynski und Tatjana Albrandt, die ersten Besucher im Mealy Mountain Nationalpark: Hier ist der Link. Falls ihr auch nach Labrador kommen solltet, schaut hier vorbei, leiht euch Kajaks. Es ist allemal ein Besuch wert.

Experience Labrador bietet zudem Camping Möglichkeiten, Touren zu der alten Radarstation und hat einen tollen Souvenirladen. Zudem sind die beiden verantwortungsvollen Betreiber, einfach großartig! Danke, dass ihr uns eingesammelt habt! Die Beiden achten auf ihre Gäste. Nach der ganzen Aktion, kriegen wir leckeren Bakeapple- und Blaubeertee zur Entspannung.

 

Gerettet und Tee in den Händen haltend,
die ersten Besucher des Nationalpark

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Irischer Rundweg https://inthenature.de/irischer-rundweg/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=irischer-rundweg https://inthenature.de/irischer-rundweg/#respond Sun, 05 Jul 2015 18:08:38 +0000 http://stopczynski.de/reise/?p=554 Wir ringen uns durch die Reise in den Süden fortzusetzen mit dem Ziel St. John’s. Irish Loop, eine Rundstrecke zum südlichen Teil der Avalon Halbinsel auf…

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Wir ringen uns durch die Reise in den Süden fortzusetzen mit dem Ziel St. John’s. Irish Loop, eine Rundstrecke zum südlichen Teil der Avalon Halbinsel auf der wir uns befinden.

Cape Spear
Frühmorgens starten wir unsere Erkundungstour am Kap, welches nicht nur einen der Ältesten begehbaren Leuchttürme hat, sondern auch im 2. Weltkrieg als Kanonen Stützpunkt für St. John’s diente. Die Nebeldecke hängt über uns. Das passiert hier immer bei Süd-Ost Wind. Wir kriegen eine Führung durch den Leuchtturm. In diesem haben Menschen gewohnt. In einem Leuchtturm wohnen: Braucht man da runde Möbel? Hat jedes Zimmer eine eigene Etage? Sind da Feuerwehrstangen zum Runterrutschen? Muss man dann die Außentreppe nehmen um wieder hochzukommen? Nervt das Licht nicht? – Wir wissen es.

Cape Broyel
Leider darf man nur mit einer Gruppe rausfahren, aber ok. Wir verstehen den Einwand, dass das offene Meer mit Minusgraden unerwartete Gefahren bergen kann. Es macht Spaß und wir lernen über die Vegetation im Meer: Wir kuscheln mit lebenden Seeigeln, die ihre weichen Tentakeln rausfahren um vor uns wegzukommen. Außerdem lernen wir das Algenflüssigkeit im Speiseeis verwendet wird, damit es cremig bleibt. Ich mag Eis, Algenflüssigkeit wollte ich trotzdem nicht probieren. Danach geht es direkt zur nächsten Attraktion.

Ferryland
Wir müssen das Bombenwetter voll auskosten. Bei Sonnenschein spazieren wir raus zum besten Picknick-Platz auf der Insel, Ferryland Leuchtturm! Ein Zipfel umschlossen vom Meer. Die Humback-Wale, die nah der Küste zum Atmen auftauchen, genießen mit uns das Picknick. Wasserfontänen – 9 Uhr, 13 Uhr, 10 Uhr, … . Im Leuchtturm kann man sich sein Nümmerchen plus Picknick-Decken abholen. Die nette Bedienung rennt quer über den Platz und serviert das schmackhafte Essen, wo immer sich seine Wenigkeit niedergelassen hat um das Spektakel zu betrachten. Tolle Idee und atemberaubende Umsetzung. „Frische Limonade: Täglich frisch gepresste Limonen!“ Immer im Vorfeld reservieren.

East Coast Trail
Ein kleiner Lauf folgt. Wir brauchen Abwechslung vom Wandern. Ab auf den East Coast Weg. Dieser verläuft entlang der ganzen Ostküste der Avalon Halbinsel: 265 Kilometer. Die bunt und raue Landschaft an der Küste ist absolut sehenswert. Wir sehen nur Teile davon. Ein anderes Mal machen wir den Kompletten, ne?

Mistaken Point
Auf halben Weg steht ein weiteres Highlight unserer Reise an: Mistaken Point und die 560 Millionen Jahre alten Fossilien. Spektakulär, wir bekommen eine Führung und wandern an den Klippen entlang. Wir dürfen diese Lebewesenreste berühren. Die meisten sehen aus wie Kohl oder Farn. Eines sieht aus wie eine Eiswaffel. Ich habe eine 560 Millionen Jahre Eiswaffel berührt. Erst vor Kurzem, 1997, hat man den außergewöhnlichen Fund, der beweist, dass es so altes Leben gibt, unter Denkmalschutz gesetzt. Ich habe einen Artikel in der „Downhome“-Zeitschrift, ein lokales Blättchen, gelesen: „Als Kinder haben wir die Fossilien ausgemalt.“

Cape Race
Zur Geographie, wir befinden uns am Süd-östlichsten Punkt der Insel, Cape Race. Hier steht ebenfalls der Leuchtturm mit der größten und ältesten aktiven Reflektorlinse, welcher als Erstes den weitergeleiteten Notruf der Titanic erhalten hat.

St. Vincent
Zum Abschluss des Tages erreichen wir einen schönen Steinstrand bei St. Vincent. Ich sammele Steine. Martin glaubt wir brauchen größere Koffer. Wir sehen Seehunde. Mit Blick auf den Ozean fallen uns die Augen zu.

Salmonier Naturpark
Das letzte Ziel des Rundweges ist ein Salmonier Naturpark mit einer Vielzahl von Tieren, die hier aufgepäppelt werden. Sobald beschlossen wird, dass sie sich nicht mehr in die Wildnis eingliedern können, werden sie in einen Zoo gesteckt, den man besichtigen kann. Schöne Idee: Hier ist ein einflügeliger Adler, ein von Menschen großgezogenes Karibu-Männchen, …

3 Tage später – schwupp­di­wupp sind wir wieder in St. John’s.

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