Zu den neuen Trends im Outdoor-Bereich gehört definitiv die zukunftsweisende Technologie „SONIC Bonding“ der Schweizer Firma Radys, um Nahtverbindungen mittels Hochfrequenz-Technologie wasserdicht zu verschweißen. Über den Sommer konnte ich diese neuartige R’SONIC STITCHLESS TECHNOLOGY ausgiebig testen.

Diese Weiterentwicklung in der Outdoor-Bekleidung hat mich seit meinem Messebesuch auf der Outdoor-Friedrichshafen fasziniert. Denn das verschweißen von Nähten löst nicht nur mehrere Probleme in der Outdoor-Bekleidung, sondern sieht zudem noch extrem schick aus.
Als größtes Problem von Nähten ist die Wasserdurchlässigkeit, was bisher durch Abkleben mit einer extra Schicht Plastik gelößt wurde. Diese wiederum stellt eine Sollbruchstelle dar, wenn sich die aufgeklepte Plastikschicht mit der Zeit oder durch flasches Waschen löst.
Durch das Verschweißen wiedrum bleibt die Nahtstelle dauerhaft wasserdicht. Weiterhin bleiben diese Nahtverbindungen elastisch und maximal reißfest. Da hier keine Fäden vernäht sind, kann bei Zugspannung der Stoff nicht aufreißen. Außerdem entsteht bei der Verbindung ein extrem flacher und weicher Übergang.

Einzigartig macht die Technologie zusätzlich der Laser-Zuschnitt! Dieser sorgt nicht nur für saubere Kanten, sondern verleiht den Produkten einen modernen Look. Durch den Einsatz von CAD Lasern und der Verschweißung des Stoffs, sind beispielsweise auch besondere Detaillösungen wie die flachen Gurtschlaufen möglich.

Mit der R4 Travel Softshell Shorts konnte ich die Vorteile dieser Technologien selbst ausprobieren. Neben dem schmalen Schnitt und den kräftigen Farben, geben die verschweißten sowie mit Laser zugeschnittenen Nähte der Hose einen coolen Touch. Mittels dieser Produktion erhält die Shorts auch das extrem leichte Gewicht von 165 g. Mit einem Sonnenschutzfaktor von 30+ sind die Shorts defintiv ideale Begleiter auf jeder Sommerwanderung. Vor allem da sich der Stoff sehr angenehm weich auf der Haut anfühlt – keineswegs wie manch andere Kunststoffhosen.

Der Vorteil des hydrophilen Funktionsstoffs ist außerdem, das Schweiß oder Flüssigkeit schnell aufgenommen und großflächig verteilt wird. Dies führt vor allem im Sommer zu einem kühlenden Effekt auf der Haut.
Natürlich ist von diesem Effekt während der Wanderung nicht viel zu sehen, da der Stoff innerhalb kürzester Zeit trocknet. Auffällig sind nach mehreren Tagen Dauernutzung einzig die leichten Schweißränder (siehe Bild oben). Diese können jedoch schnell mit einem feuchten Lappen abgewischt werden. Oder, wie ich gelernt habe, ist es sogar besser, Funktionskleidung häufiger zu Waschen, damit Dreck und Schweiß die Funktionen des Stoffs nicht beeinträchtigt.
Zu beachten gilt hier lediglich die Waschanleitung genau zu lesen und wie bei Funktionsbekleidung bekannt, maximal mit 30 Grad, ohne Weichspüler sowie geringer Schleuderzahl zu waschen. Bei meiner Waschmaschine gibt es dafür einen speziellen „Sport“ (manchmal auch „Schon“) Waschgang.
Ich persönlich nutze außerdem Feinwaschmittel (oder ihr kauft spezielles Sport-Waschmittel), ohne Weichspüler, denn Weichspüler zerstört die Funktionseigenschaften der Mikrofasern, indem es die Fasern verklebt!

Einzigartig und genial ist auch das „Layer Concept„, welches die gesamte Kollektion nach ihrer Funktion und Kleidungsschicht einteilt. Vergleichbar mit dem „Zwiebelprinzip“, mehrere Schichten Kleidung übereinander anzuziehen, gibt Radys jeder Schicht eine Nummerierung. Die aufeinander abgestimmten Stoffe und Funktionen sorgen dann für den bestmöglichen Tragekomfort.
Die Grafik hilft dabei die richtige Bekleidung bei entsprechender Außentemperatur oder Sportart anzuziehen bzw. mitzunehmen. Endlich eine einfache sowie verständliche Beschreibung die passende Bekleidung auszuwählen.

Layer Concept

Für einen längeren Test auf meiner dreitägigen Camping-Tour durch das traumhafte Appenzellerland, habe ich zusätzlich das R 9 Light Merino T-Shirt sowie das R 7 Light Stretchfleece Jacket (für die kühlen Abendstunden) eingepackt.
Das T-Shirt besteht aus 150g/m² leichter, 100%-iger Merinowolle und ist mit 16,5 Mikron feinen Fasern genäht. Dadurch ist es spürbar angenehm auf der Haut und im Vergleich zu anderer Wollbekleidung keine Spur kratzig. Die besondere Eigenschaft von Merinowolle ist die optimale Klimaregulation. So wärmt die Wolle nicht nur bei Kälte, sondern speziell im Sommer wird die Haut dadurch gekühlt, dass die Wärme und Feuchtigkeit schnell nach außen abgegeben und nicht wie bei Baumwolle der Stoff nass am Körper kleben bleibt.
Der entscheiden Vorteil der hochwertigen Merinowolle ist die geringe Geruchsbildung. Drei Tage Dauernutzung ohne dabei die Menschen auf der Rückfahrt im Zug zu erschrecken 🙂
Gefreut hat es mich vor allem zu lesen, das Radys ausschließlich Schafe aus mulesing-freier Haltung nutzt und damit nicht, das oft in Australien praktizierte sowie schmerzhafte Mulesing Verfahren unterstützt, das den Befall von Fliegenmaden verhindern soll.

Das Stretch Fleece Jacket ist ebenso ein perfekter Begleiter im Sommer wie auch im Winter. Die waffelartige Struktur des Stoffes erzeugt kleine Luftpolster, die zusammen mit einem Wetterschutzlayer den Körper warm halten, wenn es in den Bergen windig oder abends kalt wird. Obwohl das Hauptmaterial aus einer Polyester / Elasthan Mischung besteht, ist an den wichtigen Stellen unter den Armen 100% Merinowolle (140 g/m²) vernäht, um die Temperatur zu regulieren sowie die Mitmenschen vor Geruchsbildung zu schützen – genial. Eine aufgeklepte Brusttasche und zwei Einschubtaschen runden die Eigenschaften ab.
Übrigens, für (Merino-)Wolle solltet ihr Wollwaschmittel verwenden, da es keine Enzyme enthält (wie bei anderen Waschmitteln), welche die Eiweißmoleküle der sensiblen Wollfasern aufspalten und im schlimmsten Fall sogar völlig zerstören.


Fazit:

Die qualitativ hochwertigen Produkte haben ihren Preis, dafür bekommt man jedoch:
– Angenehm weiches und elastisches Material
– Extrem geringes Gewicht
– Naht freies, schnell trocknendes, wasserabweisendes Material
– Modernes Design, schöner Schnitt und tolle Farben

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